Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1110/87032.html    Veröffentlicht: 14.10.2011 09:26    Kurz-URL: https://glm.io/87032

Fototechnik

Geworfener Ball nimmt Panoramafotos auf

Der grüne Ball von Jonas Pfeil ist nicht zum Spielen, sondern zum Fotografieren gedacht. Im Inneren sitzen 36 Handykameras, die beim Werfen ein Bild aufnehmen, das zu einem Rundumpanorama zusammengesetzt wird.

Der Kameraball ist in etwa so groß wie ein Handball. Gegen Stürze wurde eine dicke Schicht Schaumstoff als Verkleidung verwendet, die vor allem die 36 Handykameramodule schützen soll, die jeweils eine Auflösung von 2 Megapixeln erreichen.

Ein Beschleunigungsmesser im Ball sorgt dafür, dass die Aufnahme im oberen Totpunkt des Wurfs gemacht wird, in dem er sich kaum bewegt. Durch die Kombination der Einzelbilder entsteht ein sphärisches Panorama, das mit geeigneter Software am PC betrachtet werden kann. Das Ballgehäuse wurde im 3D- Druckverfahren erzeugt.

Üblicherweise werden Panoramaaufnahmen mit Weitwinkelobjektiven gemacht, wobei die Fotos so angefertigt werden, dass sie den gewünschten Bildbereich abdecken. Da die Aufnahmen dabei zeitlich versetzt entstehen, kommt es bei bewegten Motiven gelegentlich zu Doppelbildern, die erst mühsam aus dem Bildmaterial manuell oder automatisch entfernt werden müssen. Bei Wellen oder sich im Wind bewegenden Ästen ist das aber kaum möglich. Auch mit einem 180-Grad-Fisheye-Objektiv, mit dem theoretisch nur zwei Aufnahmen erforderlich sind, gibt es ein Problem. Das Stativ ist in den Aufnahmen enthalten.

Bei der Wurfkamera wird hingegen nur der Werfer abgelichtet, und da sie mit einem Schlag synchron alle 36 Bilder aufnimmt, entstehen auch keine Bewegungsartefakte.

Jonas Pfeil hat die Ballkamera zum Thema seiner Diplomarbeit "Throwable Camera Array for Capturing Spherical Panoramas" an der TU Berlin gemacht und will seine Ergebnisse auf der Messe Siggraph Asia 2011 vorstellen.

Nach den Angaben auf Pfeils Website wurde die Wurfkamera bereits zum Patent angemeldet.  (ad)


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