Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1110/86895.html    Veröffentlicht: 07.10.2011 12:05    Kurz-URL: https://glm.io/86895

Langer Abschied

Wie Steve Jobs seine letzten Monate verbrachte

Steve Jobs war seit Februar 2011 bewusst, dass er bald sterben würde. Das wusste auch eine große Zahl seiner Freunde, von denen viele ihn noch ein letztes Mal sehen wollten.

Steve Jobs wusste seit Februar 2011, dass er nicht mehr lange zu leben hatte. Das berichtet die New York Times unter Berufung auf mit Jobs vertraute Personen. Jobs teilte einigen Freunden mit, dass er bald sterben würde, die dies wiederum an Freunde weitergaben.

Menschen, die sich von Jobs verabschieden wollten, riefen daraufhin an; erst wenige, dann Dutzende, dann immer mehr. Die meisten wurden von seiner Frau Laurene Powell Jobs freundlich abgewiesen. Steve Jobs sei zu erschöpft, um Besuch zu empfangen. In seinen letzten Lebenswochen war Jobs so schwach, dass er die Treppe im Haus kaum noch bewältigen konnte, wie seine Frau einem Anrufer sagte.

Jobs, dem die Wahrung seiner Privatsphäre bis zuletzt sehr wichtig war, verbrachte die Zeit mit seiner Frau und seinen Kindern und vermied alle unnötigen Aktivitäten. Seine Villa war von vielen Leibwächtern bewacht. Jobs lud seinen Freund, den Arzt Dean Ornish, zum Sushiessen in sein Lieblingsrestaurant Jin Sho in Palo Alto ein. Er traf den Investor John Doerr, den Apple-Aufsichtsrat Bill Campbell und Disney-Chef Robert Iger. Er beriet Apple-Manager für die Präsentation des iPhone 4S und unterhielt sich mit seinem Biografen Walter Isaacson. Als Jobs die Einnahme eines neuen Medikaments begann, sagte er einigen Freunden sogar, dass es Grund zur Hoffnung gebe.

Laut Ornish antwortete Jobs auf die Frage, ob er glücklich darüber sei, Kinder zu haben: "Das ist zehntausend Mal besser als alles andere, was ich jemals getan habe."

Sein Biograf Isaacson schrieb im Time-Magazin, dass er Jobs gefragt habe, warum er die Entstehung des Buchs überhaupt ermögliche. Jobs habe gesagt: "Ich möchte, dass meine Kinder mich kennenlernen. Ich war nicht immer für sie da, und ich möchte, dass sie wissen, warum, und dass sie verstehen, was ich getan habe."

Angebote für Abschiedsessen und Preisverleihungen lehnte Jobs immer ab. An den Tagen, an denen es ihm gut genug ging, um zu Apple zu gehen, wollte er anschließend immer nach Hause, um mit seiner Familie zu essen. Seine Schwester Mona Simpson sagte der New York Times, dass sich Jobs in den letzten Wochen um die Menschen gekümmert habe, die von ihm abhängig waren: "die Menschen, die bei Apple für ihn gearbeitet haben, seine vier Kinder und seine Frau. Sein Ton war am Ende sanft und es tat ihm furchtbar leid, dass er uns verlassen musste."  (asa)


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