Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1110/86865.html    Veröffentlicht: 06.10.2011 11:12    Kurz-URL: https://glm.io/86865

Gemasolar

Solares Turmkraftwerk geht in Spanien ans Netz

In Spaniens sonnigem Süden ist das erste kommerzielle Solarkraftwerk mit geschmolzenem Salz als Medium in Betrieb genommen worden. Zu Einweihung waren der spanische König und der Kronprinz von Abu Dhabi nach Andalusien gereist.

Unter Anwesenheit diverser Majestäten hat in Südspanien das Solarkraftwerk Gemasolar seinen Betrieb aufgenommen. Es ist das erste kommerzielle solare Turmkraftwerk, das Salz als Wärmeträgermedium einsetzt.

Gemasolar besteht aus 2.650 Spiegeln, Heliostate genannt, die auf einer Fläche von 185 Hektar rund um einen 140 Meter hohen Turm angeordnet sind. Die Heliostate sind beweglich gelagert und zudem mit GPS ausgestattet, damit sie stets genau nach der Sonne ausgerichtet und im Tagesverlauf nachgeführt werden können.

500 Grad

Die Heliostate sind auf die Spitze des Turms ausgerichtet. Sie reflektieren das Sonnenlicht und erhitzen Salz auf eine Temperatur von 500 Grad Celsius. Das geschmolzene Salz wird dann zu einem Wärmetauscher geleitet, der Wasserdampf erzeugt, der dann eine Turbine antreibt.

Das Solarkraftwerk erzeugt nicht nur Strom, wenn die Sonne scheint, sondern auch noch nach Sonnenuntergang. Gemasolar liefert bis zu 15 Stunden ohne Sonneneinstrahlung Strom. Die Anlage, die zwischen Sevilla und Córdoba in der südspanischen Region Andalusien liegt, hat eine Leistung von 19,9 Megawatt. Im Jahr soll Gemasolar laut Torresol 110 GWh erzeugen.

Spanisch-arabisches Joint Venture

Die Anlage wird von Torresol Energy betrieben, einem Joint Venture der Unternehmen Sener aus Spanien und Masda aus Abu Dhabi. Beide Länder haben den Bau des Solarkraftwerks mitfinanziert. Zur Eröffnung kamen der spanische König Juan Carlos, Kronprinz Mohammed bin Sayed sowie weitere Mitglieder des Könighauses aus Abu Dhabi.

Torresol baut noch zwei weitere Solarkraftwerke, Valle 1 und 2, nahe Cádiz an der spanischen Atlantikküste. Die beide Solaranlagen sollen noch in diesem Jahr fertiggestellt werden und ab 2012 Strom liefern. Weitere Projekte sind nach Unternehmensangaben in Planung, unter anderem in Abu Dhabi und in den USA.  (wp)


Verwandte Artikel:
Sauberer Strom: Google steckt 100 Millionen US-Dollar in Windenergie   
(19.04.2011, https://glm.io/82898 )
Elektrischer Strom aus geschmolzenem Salz   
(18.04.2008, https://glm.io/59102 )
Kilopower: Ein Kernreaktor für Raumsonden   
(08.12.2017, https://glm.io/131418 )
Hywind Scotland: Windkraft Ahoi   
(27.11.2017, https://glm.io/131329 )
Intelligenter Strom für Cuxhaven   
(22.12.2008, https://glm.io/64211 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/