Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1110/86820.html    Veröffentlicht: 04.10.2011 15:40    Kurz-URL: https://glm.io/86820

Beschleunigte Ausdehnung

Physiknobelpreis geht an drei Astronomen

Drei Astronomen erhalten den Physiknobelpreis 2011. Sie hatten bei der Beobachtung von Sternenexplosionen festgestellt, dass sich das Universum immer schneller ausdehnt.

Die Astronomen Saul Perlmutter, Brian Schmidt und Adam Riess bekommen den Physiknobelpreis 2011. Das hat die schwedische Akademie der Wissenschaften bekanntgegeben. Sie erhalten die Auszeichnung "für die Entdeckung der beschleunigten Ausdehnung des Universums durch die Beobachtung weit entfernter Supernovae".

Zwei Teams

Zwei Forscherteams - eines unter der Leitung von Saul Perlmutter, das andere unter der von Brian Schmidt - hatten unabhängig voneinander versucht, anhand von bestimmten Supernovae das Universum zu vermessen. Diese sogenannten Supernovae vom Typ Ia sind Explosionen von alten Sternen, die zwar so schwer wie die Sonne, aber nur so groß wie die Erde sind. Eine solche Supernova eignet sich gut für diese Messungen, da sie so viel Licht ausstrahlen kann wie eine ganze Galaxis.

Die Forscher fanden über 50 Sternenexplosionen, deren Licht schwächer war als angenommen. Daraus schlossen sie, dass sich das Universum schneller ausdehnt als erwartet, und dass diese Beschleunigung anhält.

Dunkle Energie

Dass sich das Universum immer schneller ausdehnt, könnte mit der sogenannten dunklen Energie zusammenhängen. Die macht zwar drei Viertel des gesamten Universums aus, bleibt aber weiterhin rätselhaft. Die Ergebnisse der drei ausgezeichneten Forscher hätten dazu beigetragen, "ein Universum zu enthüllen, das der Wissenschaft zu 95 Prozent unbekannt ist. Und alles ist wieder möglich", schreibt das Nobelpreis-Komitee.

Der Nobelpreis ist mit 10 Millionen schwedischen Kronen, umgerechnet knapp 1,1, Millionen Euro, dotiert. Die eine Hälfte des Preisgeldes geht an Saul Perlmutter, der an der Universität des US-Bundesstaates Kalifornien in Berkeley arbeitet. Brian Schmidt von der australischen Nationaluniversität in der Hauptstadt Canberra und Adam Riess, der an der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland forscht, teilen sich die andere Hälfte.  (wp)


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