Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1109/86423.html    Veröffentlicht: 13.09.2011 20:37    Kurz-URL: https://glm.io/86423

Paul Otellini

Ultrabooks in zwei Jahren mit 10 Tagen "Connected Standby"

Zum Auftakt des Intel Developer Forums in San Francisco hat Paul Otellini eine neue Stromsparinitative für den gesamten PC angekündigt. Dadurch soll ein Notebook im Jahr 2013 ganze 10 Tage bei geringer Last laufen.

"Platform Power Management" nannte der Intel-Chef das, was Intels übernächste Architektur mit dem Codenamen Haswell beherrschen soll. Nicht nur der Prozessor, sondern der gesamte PC von der Hardware bis zum Betriebssystem soll dabei mitspielen.

Das Ziel sind Ultrabooks, die in einem von Intel als Connected Standby beschriebenen Modus 10 Tage mit einer Akkuladung laufen sollen. Connected Standby wird mit Windows 8 eingeführt. Das System muss also in der Lage sein, trotz laufenden Betriebssystems die Leistungsaufnahme stark zu reduzieren. Windows 8 fährt den Rechner dabei in einen Stromsparmodus herunter und fordert nur gelegentlich für kurze Zeit etwas mehr Energie, um etwa Apps auf einen aktuellen Stand zu bringen.

Otellini nannte dafür einen Faktor von 20 gegenüber heutigen Lösungen. Grob überschlagen wäre das weit weniger als 1 Watt, wenn man von besonders sparsamen Notebooks ausgeht, die ohne Displaybeleuchtung unter 10 Watt benötigen.

Denn darum geht es: "Connected Standby time" ist das, was Paul Otellini verlängern will. Ein Notebook kann so ohne Gedanken um die Akkulaufzeit ständig bereit sein und auch Dienste wie E-Mail und soziale Netzwerke synchronisieren.

Weckt der Anwender das Ultrabook dann auf, soll es "sofort" verfügbar sein. Alle synchronisierten Dienste sollen nutzbar sein, und: Das Warten auf die Verbindung mit einem drahtlosen Netz entfällt. Wie ein Smartphone, so Intel, bleibt das Ultrabook ständig verbunden.

Welche Anstrengungen Intel zusammen mit den Hard- und Softwareherstellern für diese Ziele unternehmen will, erklärte Paul Otellini noch nicht. Bisherige Mechanismen wie ACPI, die zum herstellerübergreifenden Stromsparen dienen, dürften aber ausgedient haben. Ebenso gab Intels CEO nicht an, dass wohl nur Windows 8 die nötige Technik mitbringt.

Um den Fortschritt bei der Energieeffzienz greifbar zu machen, zeigte Paul Otellini ein Laborsystem mit einer Prototyp-CPU, die auf einem Kern des ersten Pentium basierte. Dafür verwendete Intel ein klassisches Mainboard aus der Serie, das P55TP2P4 von Asus mit HX-Chipsatz aus dem Jahr 1997. Darauf lief Windows, das ein Video abspielte - so weit, so unspektakulär. Der gesamte Rechner, abzüglich des Displays, wurde aber von einer nur handflächengroßen Solarzelle gespeist.

Zwar blieb der Intel-Chef die Leistung der Zelle oder auch die Leistungsaufnahme des Demosystems schuldig, ein anderer Effekt war aber bemerkenswert. Das gezeigte Windows stürzte nicht ab, wenn die Solarzelle verdunkelt wurde. Stattdessen fror nur das Bild ein und das Video stoppte. Bekam die Zelle wieder Licht, lief der Rechner weiter, als sei nichts gewesen.

Das System verhielt sich damit anders als heutige PCs, die sich elektrisch abschalten, wenn ihnen der Strom entzogen wird. Ein Notebook etwa, dem der Akku entnommen wird, startet danach unter Verlust aller nicht gespeicherten Daten neu. Ob Intel hier möglicherweise einen Mechanismus zum blitzschnellen Speichern des Betriebszustandes auf einem Flash-Laufwerk vorgesehen hat, sagte Otellini nicht.  (nie)


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