Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1109/86385.html    Veröffentlicht: 12.09.2011 15:21    Kurz-URL: https://glm.io/86385

Google Books

Google einigt sich mit französischen Verlagen

In Frankreich macht Google mit seinem Books-Projekt deutliche Fortschritte. In der vergangenen Woche haben weitere Verlage ihre Klagen gegen Google zurückgezogen.

Erst scannen, dann abwarten, was die Rechteinhaber dazu sagen: Nach diesem Motto startete Google sein Books-Projekt und fing sich viel Kritik ein. In Frankreich reichte eine ganze Reihe großer Verlage Klage gegen Google ein. Google wiederum bot den Verlagen an, über eine außergerichtliche Einigung zu verhandeln - mit Erfolg. Als erste Verlage ließen im August die Martinière-Gruppe und Hachette Livre ihre Klagen gegen Google fallen. In der vergangenen Woche folgten auch Gallimard, Flammarion und Albin Michel diesem Vorbild, berichtet die Computerworld.

Philippe Colombet, Direktor von Google Books France, sprach angesichts dieser Entwicklung von "exzellenten Neuigkeiten". Colombet sagte weiter, Google hätte immer seine "Bereitschaft zu einem konstruktiven Dialog" mit Verlagen weltweit erklärt, um "das kulturelle Welterbe zu bewahren und zu verteilen" sowie "neue Geschäftsfelder für Autoren und Verlage zu identifizieren."

Die Einigung mit der Martinière-Gruppe sieht vor, dass der Verlag Google eine Liste mit vergriffenen Büchern aus seinem Repertoire zur Verfügung stellt. Der Verlag wird daraus die Bücher auswählen, die Google für sein Books-Projekt einscannen darf. Google hat der Martinière-Gruppe zugesagt, auf Anfrage bereits gescannte Bücher wieder zu löschen. Die Einnahmen aus der Vermarktung der gescannten Bücher werden sich Google und die Martinière-Gruppe teilen.

2009 war Google in Frankreich nach einer Klage der Martinière-Gruppe zu einer Geldstrafe von 300.000 Euro verurteilt worden. Google war gegen das Urteil in Berufung gegangen. Nach der außergerichtlichen Einigung wird das Verfahren nun endgültig eingestellt.  (rag)


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