Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1109/86362.html    Veröffentlicht: 10.09.2011 14:57    Kurz-URL: https://glm.io/86362

Feindliche Übernahme

Gerüchte über Yahoo-Verkauf an AOL

Yahoo steht zum Verkauf. Doch die Eigner wollen nicht von AOL und Investmentkonzernen geschluckt werden, die an einer feindlichen Übernahme arbeiten sollen.

AOL soll Interesse an einem Kauf von Yahoo haben. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise. AOL-Chef Tim Armstrong soll sich an Investmentkonzerne gewandt haben, um eine Übernahme oder eine Fusion zu prüfen. Armstrong soll den Vorstandvorsitz in einem möglichen Gemeinschaftsunternehmen anstreben.

Der Yahoo-Aufsichtsrat hatte Firmenchefin Carol Bartz am 6. September 2011 wegen der schlechten Performance des Unternehmens entlassen. Die Eigner prüfen zugleich einen Verkauf des Internetkonzerns und sind in Kontakt mit der Investmentbank Allen & Company, die die Möglichkeiten für strategische Optionen prüfen soll. Das Aufsichtsratsmitglied David Kenny, der President bei Akamai ist, leitet ein Komitee für den Verkauf. Yahoo-Mitbegründer Jerry Yang hat sich dagegen öffentlich gegen einen Verkauf Yahoos ausgesprochen.

CNBC berichtet, dass Yahoo nicht an einem Verkauf an AOL interessiert sei. Die AOL-Investoren hätten darauf enttäuscht reagiert. AOL hatte bereits 2010 versucht, zusammen mit den Finanzinvestoren Silver Lake Partners und Blackstone Group Yahoo zu übernehmen. Yahoo war in die Gespräche nicht einbezogen und hatte die Investmentbank Goldman Sachs Group engagiert, um das feindliche Übernahmeangebot abzuwehren.

Die Journalistin Kara Swisher vom Blog des Wall Street Journal All Things Digital, die über gute Quellen bei Yahoo verfügt, hat den Bericht von Bloomberg als hochspekulativ und unrichtig bezeichnet.

Armstrong sei gegenwärtig selbst bei AOL als Vorstandschef umstritten. Die AOL-Aktie ist seit Ende 2009, als Armstrong die Konzernführung übernahm, um 36 Prozent gefallen. Der Umbau des Unternehmens mit mehreren Übernahmen zu einer Nachrichten- und Unterhaltungsplattform, die Werbekunden anzieht, habe nicht funktioniert.  (asa)


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