Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1109/86306.html    Veröffentlicht: 08.09.2011 16:14    Kurz-URL: https://glm.io/86306

Warhammer 40K Space Marine

Metzeln statt Strategie in düsterer Zukunft

Genrewechsel im Warhammer-40K-Universum: In Space Marine schicken die Entwickler von Relic den Spieler erstmals in einen Third-Person-Shooter.

Auch Space Marine orientiert sich bei Szenerien, Geschichte und Details wie Fahrzeugen oder Waffen an der Tabletop-Vorlage, Spieler ohne Warhammer-40K-Vorkenntnisse können dennoch ohne große Schwierigkeiten zu den Waffen greifen. Die Story des Spiels ist übersichtlich. Die gefährlichen außeriridischen Orks haben in einer fernen, dunklen Zukunftswelt einen Industrieplaneten besetzt, um sich dort neue Waffen unter den Nagel zu reißen. Die einzige Hoffnung für die Menschheit sind die Space Marines - aufgerüstete Superhelden, von denen der Spieler einen Recken namens Titus steuern darf.

Titus ist ein ruppiger und geradliniger Charakter - wo in anderen Actionspielen eine Taktik zurechtgelegt oder eine passende Deckung gefunden werden muss, sucht er meist den direkten Weg und die sofortige Konfrontation. Zu tun gibt es genug - raue Mengen von Orks inklusive einiger Bossgegner warten in den linearen Welten.

Zu Beginn stehen Titus nur Messer und Pistole zur Verfügung, das Waffenarsenal wächst aber schnell durch Upgrades und neue Objekte - so kommen Gewehre, Granaten oder Laserkanonen ebenso dazu wie mächtige Nahkampfgeräte wie etwa eine Axt, ein Kettenschwert oder ein riesiger Energiehammer. Letztere erweisen sich im Spielverlauf als äußerst nützlich - da Munition ständig knapp ist, wird mehr Zeit mit Schnetzeln als mit Schießen verbracht. Abwechslung ist dabei durchaus gegeben: Verschiedene Kombos und die Option, Kontrahenten erst zu betäuben und dann mit einer gewaltigen Abschlussaktion zu erledigen, sehen nicht nur gut aus, sondern helfen auch dabei, die eigene Energieleiste wieder aufzupäppeln. Zudem füllt Titus durch wildes Agieren seine Wildheitsanzeige, die dann per Knopfdruck abgerufen werden kann und ihn vorübergehend mächtiger werden lässt.

Der Schwierigkeitsgrad steigt im Spielverlauf steil an, was vor allem an knapper Munition und der schieren Überzahl der Gegner liegt - sonderlich intelligent sind die diversen Ork-Klassen allerdings nicht. Die KI-Kollegen sind oft auch mehr schmückendes Beiwerk als hilfreiche Unterstützung, einen Koop-Modus gibt es zudem leider nicht - dafür eine recht rudimentäre Multiplayeroption mit den typischen Modi "Annektieren" und "Auslöschung" und einer Handvoll Karten.



Auch technisch präsentiert sich Space Marine durchschnittlich - mit aktuellen Actionhighlights kann der Titel nie ganz mithalten. Zumindest die Atmosphäre stimmt aber; das düstere Szenario zieht den Spieler immer wieder in seinen Bann. Die PC-Version ist nicht hardwarehungrig. Im Test lief Space Marine bereits auf einem zwei Jahre alten Macbook Pro und Bootcamp auf den höchsten Einstellungen flüssig. DirectX-11 wird nicht unterstützt.

Space Marine ist für PC, Xbox 360 und Playstation3 bereits im Handel erhältlich und kostet 45 (PC) beziehungsweise 60 Euro (Konsolen). Das Spiel hat von der USK keine Jugendfreigabe erhalten, erscheint dafür aber auch in Deutschland ungeschnitten.

Fazit

Dem im Vorfeld immer mal wieder genannten Gears-Of-War-Vergleich hält Space Marine nicht stand - weder qualitativ noch inhaltlich, zumal Relic auf deutlich direktere Action ohne Deckung und Taktik setzt. Die etwas einfallslose, sehr lineare und manchmal antiquiert wirkende Inszenierung lässt Überraschungen oder wirklich gute Ideen vermissen - bietet aber trotzdem zumindest den Anhängern des Warhammer-40K-Szenarios ein paar Stunden geradliniger, aber durchaus atmosphärischer Action.  (tw)


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