Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1109/86234.html    Veröffentlicht: 05.09.2011 18:38    Kurz-URL: https://glm.io/86234

Haier

Ein komplett drahtloser Fernseher und Gehirnwellen-Zapping

Haier zeigt einen komplett drahtlos betriebenen Fernseher auf der Internationalen Funkausstellung. Ein weiteres Projekt des Herstellers: mit einem Gehirnwellen-Headset den Sender umschalten und die Lautstärke ändern.

Der chinesische Hersteller für Unterhaltungselektronik Haier zeigt wieder einen LCD-Fernseher, der komplett ohne externe Kabel auskommt. Auch der Strom wird drahtlos mittels magnetischer Resonanzkopplung übertragen. Im Vergleich zu einem Anfang 2010 gezeigten 32-Zoll-Gerät wurde die Bilddiagonale deutlich vergrößert und es wird nicht mehr nur eine 2D-Darstellung unterstützt.

Auf der Internationalen Funkausstellung (Ifa) 2011 in Berlin zeigt Haier ein 52-Zoll-Gerät, das mit einer Shutterbrille 3D-Filme räumlich darstellen kann und nun auch die drahtlose Videoübertragungstechnik WHDI (Wireless Home Digital Interface) unterstützt. Ursprünglich sollte laut einem Haier-Mitarbeiter ein Gerät mit passiven 3D-Brillen (Polarisationsbrillen) gezeigt werden.

An den Beschränkungen der drahtlosen Stromübertragung hat sich nur wenig geändert. Es ist weiterhin ein Stromversorgungsmodul erforderlich, das nicht weiter als 20 bis 30 cm vom Fernseher entfernt sein darf und möglichst parallel zum Fernseher installiert sein muss. Das Modul wird dann etwa in der Wand hinter dem Fernseher versteckt. Eine Markteinführung ist laut Haier weiterhin nicht geplant, noch handelt es sich um ein Projekt im Entwicklungsstadium.

Fernbedienen ohne Fernbedienung

Anlässlich der Ifa 2011 hat Haier noch ein weiteres Projekt angekündigt; Gemeinsam mit dem US-Unternehmen Neurosky will Haier eine Fernbedienung entwickeln, mit der sich ein Fernseher mit Gehirnwellen steuern lässt. Ziel ist es, erst einmal die Sender zu wechseln und die Lautstärke zu ändern, ohne dass der Nutzer dazu einen Finger bewegen muss.

Zeigen kann Haier das auf der Ifa aber noch nicht, es wird stattdessen nur eine bereits bekannte Neurosky-Demo gezeigt, bei der durch Konzentration ein Fass auf dem Bildschirm zum Explodieren gebracht werden muss. Dazu wird ein Neurosky-Headset mit Stirnsensor und Ohrläppchenklammer genutzt, das den Zuschauer vermutlich beim Filmgenuss auf dem Sofa recht schnell stören wird. Haier hofft aber, dass das Headset noch kleiner werden wird. Zudem ist Neuroskys Technik für eine komplexe Steuerung noch nicht geeignet.

Ebenfalls am Haier-Stand zu sehen und realistischer wirkt eine Bewegungssteuerung mittels Gestenerkennung. Mit einer herkömmlichen Fernbedienung scheint sie aber noch nicht mithalten zu können.  (ck)


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