Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1108/86113.html    Veröffentlicht: 31.08.2011 17:24    Kurz-URL: https://glm.io/86113

Microsoft

Windows 8 kann ISO- und VHD-Dateien direkt mounten

Windows 8 wird direkt auf die Inhalte von ISO- und VHD-Images zugreifen können, kündigt der für Windows verantwortliche Microsoft-Manager Steven Sinofski an. So kann mit dem Windows Explorer künftig direkt in den Images gearbeitet werden.

Viele Nutzer hätten sich einen direkten Zugriff auf Dateien in ISO-Images gewünscht, zumal immer mehr Rechner ohne optisches Laufwerk auskommen, schreibt Rajeev Nagar aus Microsofts Storage- und Dateisystem-Team in einem Blogeintrag. Die Standards ISO-9660 und ISO-13346 beschreiben, wie Daten auf CDs und DVDs organisiert werden, entsprechende Abbilder lassen sich so direkt auf die optischen Medien brennen und funktionieren systemübergreifend. Eine mit Windows erstellte DVD kann so unter anderen Betriebssystemen oder auf dem heimischen DVD-Player ausgelesen werden. Und viele Hersteller verteilen ihre Software in Form von ISO-Images.

Einen direkten Zugriff auf Inhalte dieser Dateien gewährt Windows 7 aber nicht. Wer an die Inhalte will, muss das Image entweder auf CD/DVD brennen oder sich eine zusätzliche Software installieren, um das ISO-Image zu mounten. Mit Windows 8 soll sich das ändern, Microsofts kommendes Desktopbetriebssystem gewährt direkten Zugriff auf die Inhalte von ISO-Dateien.

Dazu bietet Windows 8 die Möglichkeit, ISO-Images zu mounten. Eine entsprechende Funktion steht im Windows Explorer zur Verfügung, wobei ein Doppelklick auf die ISO-Datei genügt. Windows 8 erzeugt dann ein virtuelles CD- beziehungsweise DVD-Laufwerk mit einem neuen Laufwerksbuchstaben, auf das ganz normal zugegriffen werden kann. Wird das Image nicht mehr benötigt, kann es einfach ausgeworfen werden.

Ein Werkzeug, um ISO-Images von echten CDs oder DVDs zu erstellen, liefert Microsoft nicht mit.

Umgang mit Virtual-Hard-Disk-Dateien vereinfacht

Auch den Umgang mit VHD-Dateien hat Microsoft vereinfacht. Diese sogenannten "Virtual Hard Disks" werden von Microsofts Virtualisierungssoftware Hyper-V und Virtual PC genutzt. Das Dateiformat erlaubt es, das Abbild einer kompletten Festplatte in einer Datei abzulegen. Hyper-V speichert so seine virtuellen Maschinen.

Mit Windows 7 und Windows Server 2008 r2 hat Microsoft bereits die Möglichkeit geschaffen, von einer VHD-Datei zu booten. Zur Verwaltung gibt es neben einem Kommandozeilenwerkzeug auch MMC-Plugins.

Mit Windows 8 lassen sich VHD-Dateien nun zudem direkt als Laufwerk mounten, ähnlich wie ISO-Dateien. Einziger Unterschied: Das Betriebssystem stellt die gemounteten VHD-Dateien nicht als Wechseldatenträger, sondern als Festplatte dar.  (ji)


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