Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1108/86110.html    Veröffentlicht: 31.08.2011 17:04    Kurz-URL: https://glm.io/86110

Ideos X3 im Test

Ordentliches Android-Smartphone für 100 Euro

Nur 100 Euro kostet das Ideos X3 bei Lidl und Fonic. Golem.de hat sich das preiswerte Smartphone mit Android 2.3 angesehen und ist angenehm überrascht. Gespart hat Hersteller Huawei zwar an der Hardware - das fällt aber nur selten auf.

Mit seinem Android-Smartphone Ideos X3 will Huawei seine Marke stärken und steigt hierzulande unter eigenem Namen in den Smartphone-Markt ein. Das Ideos X3 wird zunächst ab dem 1. September 2011 bei Lidl für 100 Euro erhältlich sein, ab Mitte September 2011 gibt es das Smartphone dann bei Fonic für den gleichen Preis - jeweils ohne SIM-Lock. Das handliche und leichte Gerät ist nicht gerade mit üppiger Hardware ausgestattet, funktioniert aber trotz dieser Einschränkung erstaunlich gut. Eines vorweg: Die Sprachqualität beim Telefonieren ist einwandfrei.

Fehlerfreies Eintippen nur im Querformat

Die im Smartphone verbaute CPU stammt von Qualcomm, trägt die Bezeichnung MSM7227 und ist mit 600 MHz getaktet. Der Arbeitsspeicher beträgt 256 MByte RAM, der interne Speicher ist 512 MByte groß. Davon überlässt das Ideos X3 aber nur 160 MByte dem Anwender für das Speichern persönlicher Daten. Zusätzlich lässt sich eine Micro-SD-Karte nutzen, die maximal 32 GByte groß sein darf.

Das Display misst 3,2 Zoll in der Diagonalen und hat eine Auflösung von 320 x 480 Pixeln. Die Inhalte werden scharf dargestellt, es sind keine Verpixelungen erkennbar. Auf dem kleinen Display sind die Inhalte allerdings dicht gedrängt. Die Bedienung der virtuellen Tastatur im Hochformat bedarf einer gewissen Fingerfertigkeit und führt dennoch leicht zu Tippfehlern. Wer den Browser oder die Tastatur nutzen will, sollte das Ideos X3 deshalb hauptsächlich im Querformat halten. Außerdem ist das Display lediglich durch eine empfindliche Plastikschicht geschützt.

Häufiger Einsatz der Zoomfunktion

Für das Lesen von Browserinhalten im Hochformat wird oftmals die Zoom-Funktion benötigt, die mit Zweifingergesten zwar etwas verzögert, aber zuverlässig funktioniert. Zudem hat Huawei Zoom-Schaltflächen eingeblendet, mit der sich Bildschirminhalte vergrößern oder verkleinern lassen. Das Scrollen im Browser ist flüssig, sobald der gesamte Inhalt der Webseite geladen wurde, vorher kann es zu Rucklern kommen.

Beim Abspielen von Videos müssen aufgrund der geringen Auflösung Einschränkungen hingenommen werden, das Gerät kann lediglich Filme im halben HD-Format mit 640 x 360 Bildpunkten wiedergeben. Der integrierte Youtube-Player liefert von dort Videos im HQ-Format, also mit 480 x 360 Bildpunkten. Flash-Inhalte kann das Ideos X3 nicht abspielen, denn der Qualcomm-Prozessor kann laut Hersteller Inhalte nicht in ausreichender Qualität wiedergeben. Daher wird Adobes Flash Player gar nicht erst im Android Market zum Download angeboten.

Videos und Fotos in Smartphone-Qualität

Videoaufnahmen mit der auf der Gehäuserückseite integrierten 3,2-Megapixel-Kamera erstellt das Ideos x3 zwar mit 480 x 800 Bildpunkten, allerdings ist die Framerate niedrig: Sie liegt bei durchschnittlich 15 Bildern pro Sekunde. Die Qualität der Aufnahmen ist entsprechend gering.

Auch die mit der Kamera aufgenommenen Bilder sind alles andere als hochwertig, für Smartphonebilder jedoch annehmbar. Sie lassen sich in drei verschiedenen Größen aufnehmen, mit 2.048 x 1.536, 1.600 x 1.200 und 1.024 x 786 Pixeln. In allen Formaten sind die Aufnahmen körnig. Weiterhin bietet die Kamera fünf Effekte, von Sepia bis Negativ. Die für die Videotelefonie gedachte Kamera auf der Vorderseite nimmt Videos und Fotos in VGA-Auflösung auf.

Sinnvolle Android-Anpassungen

Lobenswert sind die Anpassungen von Huawei an der Oberfläche des verwendeten Android 2.3.3 alias Gingerbread: Im Benachrichtigungsfeld können Smartphone-Funktionen ein- und ausgeschaltet werden, etwa das WLAN- oder das GPS-Modul. Die standardmäßig fünf eingerichteten Homescreens können auf bis zu sieben erweitert werden - eine sinnvolle Erweiterung für das kleine Display. Dort eingerichtete Bildschirmhintergründe lassen sich wahlweise mit dem gleichen Bild oder mit verschiedenen Ausschnitten des gleichen Hintergrundbildes versehen.

Das UMTS-Mobiltelefon unterstützt alle vier GSM-Netze, GPRS, EDGE sowie HSDPA mit bis zu 7,2 MBit/s. Zudem sind Bluetooth 2.1 und WLAN nach 802.11b/g/n vorhanden. Bei dem Preis ist die Ausstattung mit schnellem HSDPA und WLAN nach 802.11n beachtlich. Im Mobiltelefon stecken ein GPS-Empfänger, ein UKW-Radio sowie eine 3,5-mm-Klinkenbuchse.

Griffige Rückseite

Das Ideos X3 misst 110 x 56,5 x 11,2 mm und wiegt 104 Gramm. Die gummiartig aufgeraute Oberfläche der Rückseite macht das Gerät griffig. Auch die Größe trägt dazu bei, dass das Ideos X3 gut in der Hand liegt. Lediglich den nach vorne geneigten Ein- und Ausschalter zu erreichen, erfordert einige Verrenkungen. Um das Smartphone aus dem Ruhezustand zu erwecken, kann aber auch der Home-Knopf betätigt werden.

Der Lithium-Ionen-Akku mit 1.200 mAh soll im UMTS- und im GSM-Betrieb eine Sprechzeit von bis zu 4 Stunden erreichen. Bei durchschnittlicher Nutzung hielt der Akku des Smartphones etwa 8 Stunden durch.

Verfügbarkeit und Fazit

Lidl bietet das Ideos X3 alias U8510 von Huawei ab dem 1. September 2011 zum Preis von 100 Euro an. Dem Mobiltelefon liegt eine Lidl-Mobile-SIM-Karte im Wert von 9,95 Euro bei.

Ab Mitte September 2011 bietet auch Fonic das Smartphone von Huawei samt SIM-Karte für 100 Euro an. Die mobile Datenflatrate ist für einen Monat gratis nutzbar und wird ab einem Volumen von 500 MByte auf GPRS-Tempo gedrosselt. Die Datenflatrate läuft nach dem Probemonat aus, wenn der Kunde sie nicht erneut bucht. Außerdem umfasst das Angebot 25 Freiminuten für Telefonate.

Fazit

Für 100 Euro bietet das Ideos X3 eine ordentliche Leistung. Für den Preis müssen Anwender aber einige Einschränkungen hinnehmen, darunter das kleine Display, der geringe Speicher und die unterdurchschnittliche Akkulaufzeit. Dennoch hat Huawei das Gesamtpaket gut geschnürt: An der Sprachqualität ist wenig zu bemängeln. Für Wenigtelefonierer und gelegentliche Internetnutzer ist das Smartphone gut geeignet.

Ein wesentlicher Kritikpunkt: Das Display hat kein kratzfestes Glas, sondern ist mit einer Plastikschicht überzogen. Diese ist äußerst empfindlich und Bedarf besonderer Pflege. Der Kauf einer Schutzhülle ist deshalb empfehlenswert, bevor das Ideos X3 das erste Mal in eine Tasche gesteckt wird.  (jt)


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