Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1108/86075.html    Veröffentlicht: 30.08.2011 15:54    Kurz-URL: https://glm.io/86075

LTE statt DSL

Massiver Stellenabbau durch DSL-Ausstieg von Vodafone?

Eine Gewerkschaft bei Vodafone Deutschland rechnet mit dem Abbau von jedem vierten Arbeitsplatz im Unternehmen. Vodafone dementiert. Doch fest steht: Der Konzern will sich aus der DSL-Vermarktung an Endkunden verabschieden und voll auf den LTE-Ausbau konzentrieren.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) befürchtet einen massiven Stellenabbau bei Vodafone Deutschland. Das gab die Gewerkschaft heute bekannt. Vodafone hatte in den vergangenen Wochen wiederholt ein mögliches Ende der DSL-Vermarktung an Endkunden ins Gespräch gebracht. Vodafone will sich stattdessen auf LTE konzentrieren.

Nach Angaben des stellvertretenden EVG-Vorsitzenden Klaus-Dieter Hommel plane das Unternehmen einen groß angelegten Stellenabbau, möglicherweise auch die Aufgabe einzelner Standorte. Auch über die Ausgliederung wesentlicher Betriebsteile werde nachgedacht. "Uns sind zwei Projekte unter den Decknamen Baltrum und Borkum bekannt", sagte der EVG-Vize. Danach könnte künftig fast jede vierte Stelle wegfallen. Die Betriebsräte der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft würden bei einem möglichen Personalabbau entschiedenen Widerstand leisten. Hommel: "Wir fordern die Unternehmensleitung auf, umgehend deutlich zu machen, was an den Standorten Essen und Eschborn geschehen soll." Vodafone-Sprecher Kuzey Esener hat den Bericht der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft zurückgewiesen. Es gebe keine entsprechenden Pläne.

"Wir zahlen jährlich an den Wettbewerber 500 Millionen Euro an Leitungsmiete. Das rechnet sich für die Telekom, aber nicht für uns", hatte Vodafone-Deutschland-Chef Fritz Joussen dem Focus zu den Problemen beim DSL-Geschäft erklärt. In dem gesättigten Bereich gibt es für Vodafone zudem nur noch geringe Wachstumsmöglichkeiten. Der Konzern würde sein Festnetz in Deutschland aber nicht loswerden wollen, sondern weiterhin für den LTE-Aufbau benötigen, war von Golem.de aus dem Unternehmen zu erfahren.  (asa)


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