Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1108/85920.html    Veröffentlicht: 23.08.2011 14:29    Kurz-URL: https://glm.io/85920

Mozilla

Mit dem WebAPI gegen native Apps

Mozilla will mit dem WebAPI die Lücke zwischen Webapplikationen und nativen Apps schließen und ein einheitliches HTML5-API für Smartphones samt Telefonie-, SMS- und Kamera-API entwickeln.

Innerhalb von 3 bis 6 Monaten will Mozilla ein Basis-API für HTML5 entwickeln, das Webanwendungen die gleichen Möglichkeiten verschafft wie sie native Apps auf Smartphones haben. Entwickler sollen ihre Apps mit Webstandards entwickeln, die von allen Geräten unterstützt werden, statt proprietäre APIs der einzelnen Systeme zu nutzen.

Schlüssel dazu soll das Web API sein, eine Reihe konsistenter APIs, die in allen Browsern unabhängig vom Betriebssystem gleichermaßen funktionieren. Mozilla will dazu Spezifikationsentwürfe und prototypische Implementierungen vorlegen und ans W3C zur Standardisierung übergeben.

Sicherheit spiele dabei eine große Rolle, heißt es in der Ankündigung des WebAPI. Um diese zu gewährleisten, will Mozilla auf existierende Sicherheitsmaßnahmen zurückgreifen, beispielsweise eine Rückfrage beim Nutzer, so wie es das Geolocation-API vorsieht, oder neue Alternativen entwickeln.

Innerhalb kurzer Zeit will Mozilla zudem einige Standardapplikationen auf Basis des WebAPI implementieren, wie sie typischerweise auf Smartphones zu finden sind. Geplant sind beispielsweise eine Telefonieapplikation (Dialer) und eine SMS-App, die beide ein neues Telefonie API sowie das Messaging API und Contacts API des W3C nutzen sollen. Auch ein Adressbuch auf Basis des Contacts API sowie eine Uhr und ein Taschenrechner sind geplant, ebenso wie eine Kamera- und eine Galerie-App auf Basis eines Camera API und des Filesystem API. Zudem sollen Spiele und eine Maps-Applikation umgesetzt werden.

Mozilla plant zudem eine Webapplikation, um die Einstellungen des Telefons zu verändern. Dabei sollen ein Device Status API und ein Settings API verwendet werden.

Das W3C arbeitet im Rahmen der Arbeitsgruppe Device APIs an diversen Geräte-APIs, die Mozilla hierbei auch aufgreift. Aber offenbar geht Mozilla die Entwicklung zu langsam voran, so dass das Web als Plattform auf Smartphones und Tablets im Vergleich zu den nativen Plattformen benachteiligt ist.

Dabei will Mozilla die in der Ankündigung formulierten Ziele nicht allein umsetzen, sondern hofft auf Mithilfe von Dritten und will einige zusätzliche Vollzeitentwickler einstellen.  (ji)


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