Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1108/85881.html    Veröffentlicht: 22.08.2011 11:57    Kurz-URL: https://glm.io/85881

Keine Freiheitsrechte

Anonymous attackiert erneut die Gema

Angriff auf die Gema: Das Anonymous-Kollektiv ist in die Systeme der Musikverwertungsgesellschaft eingedrungen und hat die Seite zeitweise unter seine Kontrolle gebracht. Besucher wurden auf eine modifizierte Seite umgeleitet. Aktuell ist die Gema-Website nicht erreichbar.

Anonymous hat nach eigenen Angaben die Website der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) angegriffen. Die Gruppe hat die Seite der Verwertungsgesellschaft zumindest zeitweise unter ihre Kontrolle gebracht.

Nutzer, die die Seite aufrufen wollten, wurden auf einen anderen Server mit einer modifizierten Startseite umgeleitet. Dort prangte vor den eigentlichen Inhalten, die kaum lesbar waren, die Meldung, der gewünschte Inhalt sei nicht verfügbar: "Leider ist diese Seite (nicht nur) in Deutschland nicht verfügbar, da sie auf ein Unternehmen verweisen könnte, für das Anonymous die erforderlichen Freiheitsrechte nicht eingeräumt hat. Das tut uns leid. Nicht!" Die Meldung ist derjenigen nachempfunden, die bei Youtube angezeigt wird, wenn die Rechte für ein Musikvideo nicht verfügbar sind.

Der Gema scheint es zwischenzeitlich gelungen sein, die Seite wieder in den Griff zu bekommen. Das deutsche Angebot war zeitweise erreichbar, während die englische Fassung noch weitergeleitet war. Aktuell sind beide Versionen nicht erreichbar. Stattdessen erscheint die Fehlermeldung "Service Temporarily Unavailable". Auf Twitter hat Anonymous angekündigt: "Alle paar Minuten ist die Seite weg vom Fenster."

Es ist nicht der erste Angriff von Anonymous auf die Gema: Im Juni hatte die Gruppe eine Distributed-Denial-of-Service-Attacke gegen die Verwertungsgesellschaft initiiert. Wegen hoher Lizenzforderungen verhindere die Gema einen freien Zugang zu Informationen, begründete Anonymous seinerzeit die Aktion. Die Gema hatte später erklärt, ihre Server hätten dem Angriff widerstanden.  (wp)


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