Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1108/85691.html    Veröffentlicht: 13.08.2011 12:52    Kurz-URL: https://glm.io/85691

Vorschau

Die Spielemesse der Superlative

So lang wie 2011 war die redaktionsinterne Terminliste für die beiden Branchenveranstaltungen in Köln noch nie. Neben hochkarätigen Gästen auf der Entwicklertagung sind auch einige Spielepremieren zu erwarten.

Die ersten Skandälchen gab es schon vor dem Start von GDC Europe und Gamescom 2011. So sorgte eine allzu martialische Werbung für das Onlinespiel World of Tanks auf Straßenbahnen der Kölner Verkehrsbetriebe für Empörung in der Lokalpresse. Auch Electronic Arts hat es geschafft, mit der Anlieferung eines echten Kampfjets vom Typ MiG-21, das für Battlefield 3 werben soll, eine Lokalpolitikerin schlagzeilenträchtig auf die Barrikaden zu treiben - angeblich drohe eine Verharmlosung von Kriegsspielen. Davon einmal abgesehen: Es sieht so aus, als ob die Entwicklerkonferenz GDC Europe und die Spielemesse Gamescom 2011 vor neuen Rekorden stehen.

Astronaut an Bord

Los geht es mit der GDC Europe 2011, dem wichtigsten europäischen Treffen von Spieleentwicklern. Vom 15. bis 17. August geht es um Themen wie neue Technologien, Gamedesign und Programmierung. "In Europa stehen Socialgames, Browsergames und Middleware-Themen im Vordergrund", so Frank Sliwka, GDC-Chef in Europa, im Gespräch mit Golem.de. Er hat unter anderem Branchengrößen wie den Ultima-Erfinder und Hobby-Astronauten Richard Garriott als Redner gewonnen, der in seiner Keynote über die drei Zeitepochen der Spielebranche spricht - und erklären möchte, warum er die derzeitige für besonders wichtig hält.

Michael Capps, Chef von Epic Games, spricht über die Erfahrungen seines Studios mit Blockbustern wie Gears of War und Infinity Blade. Vertreter von Bioware wollen über die Entwicklung von Mass Effect 3 referieren, Heiko Huberts von Bigpoint über den Spielemarkt Google+. Insgesamt sind an den drei Tagen der GDC Europe fast 140 Vorträge, Diskussionsrunden und Workshops geplant.

Messe für die Massen

Die Gamescom 2011 findet vom 17. bis 21. August 2011 statt. Wie in den Vorjahren ist der erste Tag dem angemeldeten Fachpublikum vorbehalten, ab Donnerstag dürfen dann die Massen in die Messehallen strömen. Dort können sie sich aktuelle und vor allem kommende Produkte von so gut wie allen relevanten Publishern und Entwicklern anschauen. Wer alt genug ist, kann bei Activision einen Blick auf Call of Duty: Modern Warfare 3 werfen, bei Blizzard eine Partie Diablo 3 spielen, bei Microsoft in Gears of War 3 gegen außerirdische Monster kämpfen, sich am Stand von id Software eine Meinung über den Grafikstil von Rage bilden und bei Deep Silver mit Risen 2 in See stechen.

Nach Angaben der Messegesellschaft Köln sind rund 550 Unternehmen als Aussteller in den Messehallen dabei - ein Plus von rund zehn Prozent. Besonders stark gestiegen ist das Interesse der ausländischen Firmen, deren Zahl um 16 Prozent gestiegen ist. Insgesamt sind fast 40 Nationen in Köln mit dabei, im Vorjahr waren es noch 33. Partnerland 2011 ist Großbritannien.

Echte Premieren

Eine ganze Reihe von Titeln wird auf der Gamescom 2011 zum ersten Mal überhaupt, auch gegenüber der Presse, präsentiert. Dazu gehört beispielsweise Borderlands 2, das Randy Pitchford von Gearbox Software persönlich vorführen will. Keinerlei Ingame-Material gab es bislang auch von Dota 2 zu sehen, das Valve der Öffentlichkeit im Rahmen eines mit über eine Million US-Dollar dotierten Turniers präsentiert. Zumindest Europapremiere feiert unter anderem Dishonored, ein ebenso düsteres wie innovatives Rollenspiel, das bei den Arkane Studios gemeinsam mit Bethesda entsteht.

Auch neue Hardware wird in Köln zu sehen sein. Bei Sony dürfte der Schwerpunkt der Gamescom-Aktivitäten auf der Vorstellung der Playstation Vita liegen, die Anfang 2012 in den Handel kommen soll. Besonders geheimnisvoll gibt sich Samsung: Der Konzern will ein neuartiges "Gaming-Produkt" vorstellen - ob es sich dabei um ein Spiele-Smartphone oder -Tablet oder um etwas völlig anderes handelt, ist noch unklar. LG will einen 3D-Monitor präsentieren, der auch ohne Brille ein Bild mit stereoskopischer Tiefe bietet.

Ein paar durchaus interessante Sachen wird es auf der Gamescom 2011 allerdings nicht zu sehen geben. So hat Nintendo angekündigt, dass die Wii U weder im Publikumsbereich noch im Business Center vorgeführt wird - die kommende Konsole von Nintendo wird in Köln demnach gar nicht zu sehen sein. Ebenfalls keinerlei Ankündigung wird es nach Informationen von Golem.de von einem der wohl am meisten erwarteten Spiele geben: Rockstar wird sein nächstes Grand Theft Auto vermutlich immer noch nicht zeigen.  (ps)


Verwandte Artikel:
Preiswertes Grafik-Dock ausprobiert: Ein eGPU-Biest für unter 50 Euro   
(27.12.2017, https://glm.io/131633 )
Gamescom 2018: Vorverkauf für Privat- und Fachbesucher gestartet   
(01.03.2018, https://glm.io/133076 )
Preissenkung: Nintendo zahlt beim 3DS drauf   
(29.07.2011, https://glm.io/85361 )
Gearbox: Borderlands 2 und Salvador der Zwerg   
(08.08.2011, https://glm.io/85552 )
Monster Hunter World angespielt: Dicke Dinosauriertränen in 4K   
(23.06.2017, https://glm.io/128532 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/