Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1108/85596.html    Veröffentlicht: 09.08.2011 18:51    Kurz-URL: https://glm.io/85596

Randale in London

RIM gehackt und Angestellte bedroht

Die Crackergruppe Teampoison warnt Research in Motion (RIM) davor, persönliche Nachrichten und Kundendaten an die britische Polizei zu übergeben. Anderenfalls würden die Adressen von RIM-Angestellten an die Randalierer von London weitergeleitet.

Teampoison hat das Blog vom Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) gehackt und mit einer Warnung versehen. Darin warnen die Cracker das Unternehmen und seine Mitarbeiter davor, der Polizei gemäß rechtlicher Bestimmungen die persönlichen Nachrichten von Blackberry-Nutzern weiterzuleiten. RIM hatte das in einer Stellungnahme angekündigt, nachdem es in London zu schweren Ausschreitungen gekommen war, bei denen sich die Randalierer auch über Blackberry-Geräte abgesprochen haben sollen.

"Ihr werdet der UK-Polizei _NICHT_ helfen. Wenn ihr das tut, werden unschuldige Bürger, die zur falschen Zeit am falschen Ort waren und einen Blackberry besitzen, grundlos angeklagt", hieß es auf der entstellten Website. Die Polizei versuche nur so viele wie möglich zu verhaften, um das eigene Gesicht zu wahren.

Teampoison will andernfalls Vergeltung üben: "Falls Ihr der Polizei helft, indem Ihr ihnen Chat-Mitschnitte, GPS-Ortungen, Kundendaten und Zugriff zu den Blackberry-Messengern der Leute gewährt, werdet Ihr das bereuen. Wir haben Zugriff auf Eure Datenbank, die auch Informationen über Eure Angestellten enthält; etwa Adressen, Namen, Telefonnummern usw. Wenn Ihr der Polizei helft, _WERDEN_ wir diese Informationen veröffentlichen und sie den Randalierern weiterleiten. Wollt Ihr wirklich eine Meute wütender Jugendlicher vor den Haustüren Eurer Angestellten haben?"

RIM solle nun die richtige Entscheidung treffen und sich nicht zur Marionette des Staates machen lassen, so die Cracker. Sie behaupten zwar, sich gegen Gewalt gegen Unschuldige auszusprechen und auch die Zerstörung kleiner Geschäfte zu missbilligen, aber würden dennoch in Kauf nehmen, dass Randalierer Racheaktionen gegen RIM-Angestellte ausüben. Schließlich seien die "Blackberry-Angestellten" nicht unschuldig.  (ck)


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