Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1108/85549.html    Veröffentlicht: 08.08.2011 11:58    Kurz-URL: https://glm.io/85549

Cloud Computing

Blitzeinschlag macht Amazon und Microsoft Probleme

Ein Blitzeinschlag in einem irischen Rechenzentrum hat zu Ausfällen bei Amazon und Microsoft geführt. Bei Amazon sind einige Cloud-Dienste noch immer nicht wiederhergestellt, da dem Unternehmen derzeit nicht genug Speicherkapazität zur Verfügung steht.

Am Sonntag hat ein Blitz in einen Transformator in der Nähe eines Rechenzentrums in Irland eingeschlagen, was zu einer Explosion, Feuer und Stromausfällen in dem Rechenzentrum geführt hat. In der Folge fielen zahlreiche bei Amazon gehostete Systeme aus, und auch Microsoft hatte Probleme.

Die durch die Explosion verursachten großen Abweichungen wirkten sich auf das Phasenkontrollsystem aus, das die Notstromaggregate synchronisiert. Das führte bei einigen Notstromaggregaten zu Ausfällen. Die Generatoren müssen phasensynchron laufen, bevor sie in das Stromversorgungssystem eingebunden werden können, was manuell erfolgen musste.

Zahlreiche EC-Instanzen ausgefallen

Amazon.de und Amazon.co.uk waren weitgehend offline; die Seiten waren zwar noch erreichbar, zeigten aber nur eine Fehlermeldung. Größere Probleme bereitete der Stromausfall Amazons Cloud-Computing-Angebot: Zahlreiche EC-Instanzen fielen aus. Zwar sind viele von ihnen mittlerweile wieder verfügbar, einige Systeme sind aber noch immer offline.

Das Problem liegt im Amazon Elastic Block Store, auf dem die Instanzen gespeichert sind. Auch diese Systeme sind ausgefallen und einige müssen manuell wieder hochgefahren werden. Vorher müssen die Daten nochmals kopiert werden. Dadurch wurde fast der gesamte freie Speicherplatz in dem Rechenzentrum aufgebraucht, was die Wiederherstellung verlangsamt. Derzeit arbeitet Amazon daran, zusätzliche Speicherkapazität auch aus anderen "Availibility-Zonen" zur Verfügung zu stellen. Es kann noch bis Dienstag dauern, bis die Wiederherstellung komplett abgeschlossen ist.

In einigen Fällen wird Amazon nur ein Backup der Systeme zur Verfügung stellen können, da einige EBS-Server ausgefallen sind, bevor sie ihre Daten auf die Platte schreiben können.

Auch einige RDS-Instanzen (Amazon Relational Database Service) sind noch nicht wiederhergestellt. Dies betrifft vor allem Instanzen, die nur in einer Availability-Zone laufen. Auch hier gilt: Erst wenn weitere EBS-Kapazität zur Verfügung steht, wird der Wiederherstellungsprozess schneller gehen.

Informationen zum aktuellen Status der Systeme finden sich unter status.aws.amazon.com.

Amazon war nicht der einzige große Anbieter, dem der Blitzeinschlag Probleme bereitete: Auch bei Microsoft fielen einige Systeme aus. Betroffen davon war die Microsoft Business Productivity Online Suite, die mittlerweile aber wieder zur Verfügung steht.  (ji)


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