Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1108/85449.html    Veröffentlicht: 03.08.2011 14:01    Kurz-URL: https://glm.io/85449

Bodycount angespielt

Schnell, hart, bunt

Die meisten Egoshooter wollen eine glaubwürdige Welt und viel Atmosphäre. Es geht aber auch anders: Mit Bodycount setzt Codemasters auf Action plus Tempo. Golem.de hat das Spiel für Xbox 360 und Playstation 3 angespielt.

"Es geht um Waffen", erklärt Andy Wilson, bei Codemasters als Game Director für Bodycount zuständig. "Um das Gefühl, abzufeuern und um das, was passiert, wenn die Kugel einschlägt." Mit seinem Team arbeitet Wilson im englischen Guildford an der Fertigstellung des Egoshooters. Bodycount - inoffizieller Nachfolger von Black - soll keine ausgefeilte Handlung erzählen, sondern laut Wilson ein schnelles, hartes und buntes Actionspiel werden - das übrigens wegen des unrealistischen Szenarios und der vielen Effekte nicht sonderlich martialisch wirkt.

Im Mittelpunkt steht ein Ex-Soldat namens Jackson, der im Auftrag einer mysteriösen Organisation namens The Network kämpft. Und es in Bodycount mit drei Fraktionen zu tun bekommt, die sich untereinander bekriegen. Das spielt tatsächlich eine größere Rolle: Angesichts der Gegnermassen ist es vor allem in späteren Levels durchaus sinnvoll, auch mal hinter einer Mauer in Deckung zu bleiben und zu warten, bis sich die feindlichen Einheiten gegenseitig dezimiert haben. Allerdings sollte die Mauer ausreichend fest sein. Beim Anspielen ist es immer wieder vorgekommen, dass sich Gegner einfach durch eine nur auf den ersten Blick stabile Holzwand durchgeschossen haben.

Großen Wert legt das Entwicklerteam auf die künstliche Intelligenz der Gegner. Beim wiederholten Anspielen desselben Levels haben sich die feindlichen Soldaten tatsächlich immer ein bisschen anders verhalten. Mal haben sie sich gegenseitig bekämpft und sich fast nicht für Jackson interessiert, mal war genau das Gegenteil der Fall. Es gibt zehn unterschiedliche Klassen, ein gegnerischer Medic heilt seine Kameraden auf dem Schlachtfeld, normale Fußsoldaten gehen offensichtlich gerne in Deckung, während ein dicker Brummer mit einer riesigen MG stur in Richtung des Spielers marschiert und aus allen Kanonenrohren feuert.

Der Spieler darf zwei Schusswaffen gleichzeitig in seinen Heldenfäusten mit sich herumtragen, an Computerterminals kann er sie gegen andere tauschen. Acht der zehn Kampfgeräte basieren auf real existierenden Waffen, zwei sind vollständig frei erfunden. Ein Teil der recht offen gehaltenen Levels spielt in einem asiatischen Szenario, ein Teil erinnert an Afrika - beide machen mit bunten und aufwendig gestalteten Details einen interessanten Eindruck. Nicht ganz so schick wirkt eine Mission, in der sich Jackson durch ein kühles, modernes Gebäude ballern muss.

Im Spielverlauf kann Jackson ein paar Spezialfähigkeiten ausbauen, mit Druck auf die entsprechende Seite des Steuerkreuzes ist er dann kurze Zeit unsichtbar, kann besonders schnell laufen oder Pistolenkugeln mit Sprengstoff verwenden.

Die weitgehend fertige Version von Bodycount hat Spaß gemacht. Auch das fertige Programm könnte es schaffen, Spielfluss mit viel Tempo und Abwechslung zu verbinden. Das Programm auf Basis von Codemasters' Ego-Engine erscheint - wenn alles glatt geht - am 1. September 2011 mit einer USK-Freigabe ab 18 für Xbox 360 und Playstation 3.  (ps)


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