Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1107/85317.html    Veröffentlicht: 28.07.2011 13:37    Kurz-URL: https://glm.io/85317

Page Speed Service

Google startet Beschleunigungsdienst für Webseiten

Google erweitert sein Page-Speed-Portfolio um einen Dienst zur Beschleunigung von Webseiten. Gab Google bisher hauptsächlich gute Ratschläge, übernehmen künftig Googles Server die Optimierung und Auslieferung von Webseiten.

Mit seinem neuen Page Speed Service will Google Webseiten auf Geschwindigkeit optimiert über eigene Server ausliefern. Nutzen kann den Dienst jeder, lediglich der DNS-Eintrag der eigenen Seite muss dazu auf Google umgeleitet werden.

Hatte sich Google mit seiner Browsererweiterung Page Speed und dem Page Speed Online API zunächst darauf beschränkt, Web-Entwicklern gute Ratschläge zur Beschleunigung ihrer Websites zu geben, ging es mit dem Apache-Modul mod_pagespeed bereits einen Schritt weiter: das Modul automatisiert die Umsetzung einiger Best-Practices, um Webseiten zu beschleunigen.

Mit dem Page Speed Service macht Google nun Ernst. Schon lange betont Google, wie wichtig schnell ladende Webseiten sind, um Nutzer zufriedenzustellen. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich durch eine Verkürzung der Ladezeiten die Webnutzung und damit auch der Umsatz erhöhen lässt.

Unter der Bezeichnung "Web Content Optimization" entstanden in der letzten Zeit diverse Spezialisten, die Dienste zur Beschleunigung von Webseiten anbieten, darunter Blaze.io, Strangeloop und Cloud Flare, die in ihren Optimierungen aber weiter gehen als Googles neuer Dienst.

Googles Page Speed Server fasst beispielsweise mehrere CSS-Dateien in einer zusammen, verschiebt deren Einbindungen in den HTML-Head und liefert CSS-Dateien über Googles eigenes CDN (Content Delivery Network) aus. Ähnliches gilt für die verwendeten Javascript-Dateien. Zudem werden Bilder auf minimale Größe hin optimiert und ebenfalls über Googles CDN ausgeliefert.

Darüber hinaus versieht Google Dateien mit ETags für ein optimiertes Caching, verteilt Ressourcen auf mehrere Domains, damit diese parallel heruntergeladen werden, entfernt unnötige HTML-Tags und Styles, komprimiert die Inhalte mit Gzip und liefert sie mit einem optimierten Congestion Window (cwnd) aus.

Laut Google lässt sich die Ladezeit von Webseiten durch den Dienst um 25 bis 60 Prozent reduzieren. Und Google will den Dienst um weitere Optimierungen erweitern, von denen Nutzer dann direkt profitieren.

Zum Start wird der Dienst einer beschränkten Zahl an Webmastern kostenlos angeboten, später soll er allgemein verfügbar sein, dann aber Geld kosten. Konkrete Angaben zu den geplanten Preisen macht Google nicht.  (ji)


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