Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1107/85276.html    Veröffentlicht: 27.07.2011 14:11    Kurz-URL: https://glm.io/85276

Urheberrecht

Paypal wird Türsteher der Musikindustrie

Das eBay-Tochterunternehmen Paypal wird künftig mit der Musikindustrie und der Londoner Polizei kooperieren, um den Geldfluss zu Websites mit illegalen Musikdownload-Angeboten zu stoppen.

"Ihre Lizenz bitte!" So heißt es künftig, wenn ein Online-Musikshop Paypals Dienste zur Zahlungsabwicklung in Anspruch nehmen möchte. Wer keine Lizenzvereinbarungen für die angebotenen Titel vorweisen kann, muss draußen bleiben. Eine entsprechende Vereinbarung hat die eBay-Tochter Paypal mit dem internationalen Verband der Musikindustrie (IFPI) und der Londoner Polizei getroffen.

IFPI-Chef Frances Moore sagte dazu: "Wir wussten, dass die illegalen Musikangebote, wenn sie Zahlungen nicht mehr über Kreditkarten abwickeln können, nach Wegen suchen würden, um die Beschränkungen zu umgehen. Aus diesem Grund sind wir gemeinsam mit der Londoner Polizei auf Paypal zugegangen. Ich freue mich, sagen zu können, dass sie sofort und positiv reagiert haben."

Bereits im März dieses Jahres hatte die IFPI die Kreditkartenunternehmen Visa und Mastercard zu einer vergleichbaren Zusammenarbeit veranlassen können. Die Maßnahmen richten sich besonders gegen Angebote aus Russland und der Ukraine. Diese verkaufen laut IFPI seit Jahren Musik, "ohne die Künstler, Songschreiber oder Produzenten für ihre Arbeit zu bezahlen".

Paypal ist einer der am weitesten verbreiteten Zahlungsdienstleister im Internet. In den vergangenen Monaten hat die erfolgreiche eBay-Tochter schon mehrfach mit umstrittenen Maßnahmen auf sich aufmerksam gemacht. So beschwerten sich im April Paypal-Kunden darüber, dass ihre Konten willkürlich eingefroren wurden. Im Dezember des vergangenen Jahres sperrte das Unternehmen das Wikileaks-Konto und das Konto der Wau-Holland-Stiftung.

Seit ein paar Tagen verschickt Paypal nun Aufforderungen an deutsche Unternehmen, das US-Embargo gegen Kuba umzusetzen, indem sie kubanische Waren aus ihrem Angebot nehmen. Einzelnen Shops wurden bereits die Paypal-Konten gesperrt.  (rag)


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