Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1107/85250.html    Veröffentlicht: 26.07.2011 19:06    Kurz-URL: https://glm.io/85250

Nach Quartalsverlust

Wieder Discounterpreise bei Media Markt und Saturn

Bei dem Elektronikdiscounter Media-Markt-Saturn soll es nach dem ersten Verlust seit zwei Jahren eine Rückbesinnung geben. Es soll wieder richtig billig werden und dafür nimmt das Unternehmen sogar einen Stellenabbau in Kauf.

Der Chef von Media-Markt-Saturn will das Unternehmen wieder an die Wurzeln seines Erfolges als Billiganbieter zurückführen. "Wir haben jetzt mit einer neuen Unternehmensstrategie die Weichen gestellt, um zu unserer alten Ertragskraft zurückzukehren", sagte Horst Norberg, Chef der Media-Saturn-Holding. "Dabei werden wir uns stark auf die Preis- und Kostenführerschaft konzentrieren. Sie waren die Wurzeln unseres Erfolges und sollen es auch zukünftig wieder sein." Geplant ist, dass der Onlineshop von Media Markt in Deutschland im Januar 2012 startet. Saturn.de wird bereits im Oktober 2011 ans Netz gehen.

Bei Media Markt und Saturn werden zudem 3.000 Arbeitsplätze abgebaut. Wie ein Konzernsprecher Golem.de sagte, soll der Arbeitsplatzabbau ohne Kündigungen erreicht werden. "Wir werden frei werdende Stellen einfach nicht wieder besetzen" sagte er. Betroffen sei hauptsächlich die Verwaltung. Keinen Stellenabbau soll es hingegen im Verkaufsbereich gegeben.

Europas größter Elektronikdiscounter hat erstmals seit zwei Jahren einen Verlust erwirtschaftet. Der Verlust vor Zinsen und Steuern wird im zweiten Quartal 2011 bei 44 Millionen Euro liegen.

Das Unternehmen kaufte am 30. März 2011 den Onlinehändler Redcoon. Das Onlinewachstum solle auch durch weitere Akquisitionen beschleunigt werden, erklärte das Unternehmen weiter.

Der Discounter hatte am 13. Juli 2011 erklärt, dass das Unternehmen die Onlinepreisführerschaft erobern und in den Filialen weitgehend einheitliche Preise einführen wolle. Um mit günstigen Anbietern im Internet konkurrieren zu können, werde mit den Zulieferern verhandelt, die die Preise senken sollten. Unterschiedliche Konditionen der Zulieferer für On- und Offlinehändler solle es nicht mehr geben. Die Internetstrategieänderung sei die wichtigste Entscheidung in der Unternehmensgeschichte.

Die Media-Saturn-Kette hat bisher keinen eigenen Onlinehandel. Die Chefs der rechtlich selbstständigen Media-Märkte und Saturn-Geschäfte wehren sich gegen die Onlinekonkurrenz und fürchten den möglichen Preisdruck. Sie dürfen bislang die örtlichen Preise selbst festlegen.

An Terminals in Media-Markt-Filialen sollen Kunden Artikel online bestellen können, die sie im Geschäft nicht finden. Die Waren sollen in der Filiale abgeholt und bei Problemen dort auch zurückgegeben werden können. In Zukunft soll es für ein Kernsortiment bundesweit einheitliche Preise geben. Mit seinem Kernsortiment erwirtschafteten die Märkte 80 bis 90 Prozent des Umsatzes.  (asa)


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