Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1107/85211.html    Veröffentlicht: 25.07.2011 18:19    Kurz-URL: https://glm.io/85211

Eingeknickt

GIS veröffentlicht Stellungnahme zum Hackerangriff

Auf Druck von Anonymous hat die österreichische Gebühreneinzugszentrale GIS eine Stellungnahme zum Hack vom 22. Juli 2011 veröffentlicht. Die Aktivisten hatten damit gedroht, die erbeuteten Kundendaten andernfalls zu veröffentlichen.

Anonymous Österreich hat sein Ziel erreicht: Die von den Aktivisten unter Druck gesetzte Gebühren Info Service GmbH (GIS) des ORF hat wie gefordert in einer Stellungnahme öffentlich bekanntgegeben, wie viele Datensätze von Anonymous gestohlen wurden.

In der GIS-Stellungnahme von 13:19 Uhr heißt es: "Die GIS hält nach einer Untersuchung fest, dass rund 214.000 Datensätze gestohlen wurden, davon rund 96.000 mit Kontodaten. Die GIS hat bereits begonnen, alle betroffenen Kundinnen und Kunden persönlich zu informieren und insbesondere darauf hinzuweisen, dass sie ihre Kontobewegungen verstärkt beobachten sollen."

Die Hacker hatten die mangelnde Sicherheit der GIS-Server scharf kritisiert. Nun wollen der ORF und die GIS gemeinsam mit Sicherheitsexperten nach der "genauen Analyse des Hackerangriffs weitere Sicherheitskonzepte ausarbeiten und sofort alle notwendigen Maßnahmen zur Vermeidung weiterer Hackerangriffe implementieren."

Eine neu eingesetzte Task-Force soll sich zudem konzernweit mit dem Thema IT-Sicherheit und datenschutzrechtlichen Fragen auseinandersetzen. Laut GIS wird der ORF dem Thema Sicherheit künftig eine "hohe Priorität widmen und sich auch in der Berichterstattung in seinen Medien mit den Problemen der Datensicherheit beschäftigen."

An der Untersuchung des Angriffs sollen Experten des CERT.at, des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) und des Internetproviders der GIS seit vergangener Woche beteiligt sein. Das BVT werde zudem bei der Staatsanwaltschaft Anzeige gegen Unbekannt erstatten.

Die österreichischen Mitglieder von Anonymous haben auf ihrer Countdown-Webseite den Zähler entfernt und stattdessen die Stellungnahme der GIS darauf veröffentlicht. Das Ultimatum wäre am 25. Juli 2011 um 18 Uhr abgelaufen.  (ck)


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