Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1107/85158.html    Veröffentlicht: 22.07.2011 10:42    Kurz-URL: https://glm.io/85158

Ksplice-Verkauf

Oracle schließt Red Hat und Suse vom Support aus

Nach dem Kauf von Ksplice durch Oracle verkündet der Datenbankkonzern, die Software nicht mehr für Red Hat Enterprise Linux und Suse Enterprise Linux bereitzustellen. Die Community diskutiert derweil einen Fork von Ksplice.

Oracle hat den Kauf der Firma Ksplice abgeschlossen. Mit der gleichnamigen Software lässt sich der Linux-Kernel mit Patches versorgen, ohne dass ein Neustart nötig ist. Oracle will den Support für Red Hat Enterprise Linux und Suse Enterprise Linux einstellen und die Software nur noch in seiner eigenen Linux-Distribution Unbreakable Enterprise Kernel in Kombination mit einem Premium-Support-Package anbieten. Der Unbreakable Enterprise Kernel ist eine Abwandlung des Kernels, der in Red Hat Enterprise Linux verwendet wird.

Bislang hatte Ksplice die Software für die Linux-Distributionen Red Hat Enterprise Linux, Ubuntu, Debian GNU/Linux, CentOS, Parallels Virtuozzo Containers und OpenVZ entwickelt. Für Ubuntu 9.04, 9.10 und 10.04 war der Dienst bereits kostenlos.

Bislang kostenlos für Fedora und Ubuntu

Seit Fedora 13 konnten Benutzer den Ksplice kostenlos verwenden. Laut Ksplice wurde der Dienst ursprünglich unter und für Fedora entwickelt. Deshalb hatte man beschlossen, die Technologie der Fedora-Community zurückzugeben, so Jeff Arnold, Chef und Gründer von Ksplice.

Die Software stand bislang unter der GPLv2. Die Webseite, über die der Quellcode heruntergeladen werden konnte, ist noch erreichbar. Dort ist die knappe Mitteilung zu lesen, die über den Kauf durch Oracle informiert. Unter ksplice.com/pricing sind nach wie vor die Pakete für Ubuntu und Fedora erhältlich. Ob diese Pakete weiterhin angeboten werden, ist noch nicht bekannt. Der Download des Quellcodes ist gegenwärtig nicht mehr möglich. Laut einer Mitteilung sieht sich Oracle als "einziger Enterprise-Linux-Anbieter", der diese Technologie anbieten kann.

In der Community wird bereits gefordert, dass Red Hat einen Fork der Software vorbereitet.  (jt)


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