Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1107/85145.html    Veröffentlicht: 21.07.2011 17:35    Kurz-URL: https://glm.io/85145

One Laptop per Child

XO-3 Anfang 2012 erwartet

Das als XO-3 bezeichnete Tablet für Kinder und Schüler des OLPC-Projekts soll wie geplant Anfang 2012 verteilt werden. Die Entwicklung des Displays sei dabei die größte Hürde, sagte der Gründer des Projekts One Laptop per Child, Nicholas Negroponte.

Der XO-3 soll Anfang 2012 marktreif sein. Das teilte der Gründer des Projekts One Laptop per Child, Nicholas Negroponte, in einem Interview mit der Computerworld mit. Das Tablet wird seit 2009 im Rahmen des OLPC-Projekts entwickelt. Als Grund für die mehrfache Verzögerung der Veröffentlichung eines Vorführgeräts nannte Negroponte die Entwicklung eines geeigneten Displays.

Das Display soll eine Abwandlung eines Pixel-Qi-Bildschirms sein, wie es für Tablets verwendet wird. Pixel Qi hatte es bereits im September 2010 vorgestellt. Die Displays sind auch im direkten Sonnenlicht ablesbar und besonders energieeffizient. Das transflektive Display arbeitet in zwei Modi: Im Multimediamodus zeigt es Farben und erreicht eine Auflösung von 1.024 x 600 Pixeln, im E-Reader-Modus zeigt es 64 Graustufen bei dreifacher Auflösung und das einfallende Licht wird so reflektiert, dass die Leistungsaufnahme um 80 Prozent sinkt.

Display aus unzerbrechlichem Glas

Das XO-3 genannte Tablet soll nun Mitte Februar erstmals gezeigt werden. Der Grund für die Verzögerung: Das Projekt OLPC sucht nach einem "unzerbrechlichen Material", wie Negroponte sagte. Der Werkstoff soll für die Abdeckung des Displays verwendet werden und aus "einer Art Glas" bestehen, nicht, wie bisher vorgesehen, aus Kunststoff. Der Einsatz solcher Materialien wie etwa Gorilla-Glas ist bei der Entwicklung von mobilen Geräten eine der schwierigsten Entscheidungen. Sie lassen sich schwer verarbeiten und sind teuer.

Negroponte sagte, das XO-3 solle einige Funktionen bekommen, die es auch wirtschaftlich interessant machen. Er denke darüber nach, die stoßfeste Hülle aus Gummi so zu erweitern, dass sie etwa Solarzellen zum Aufladen des Geräts und einen Internetzugang über Satellit enthalte oder eine externe Tastatur integriert werden könne.

Zusammenarbeit mit Marvell

Das Tablet werde mit einer Kamera, einem Mikrofon, einer Kopfhörerbuchse sowie einem USB-2.0-Anschluss ausgestattet.

Zu der Softwareausstattung sagte Negroponte, aufgrund der integrierten ARM-Plattform werde das Tablet vermutlich mit einer Android-Version laufen. Er bestätigte lediglich, dass das XO-3 nicht mehr mit Windows ausgeliefert werden würde.

Die erste Version des Tablets XO-3 wird nicht den Namen der OLPC-Organisation tragen. Vielmehr soll das Gerät von einem kommerziellen Unternehmen vertrieben werden. Dafür hatte die OLPC Marvell als Technologiepartner gewonnen. Der Chiphersteller stellt dafür 5,6 Millionen US-Dollar bereit. Wer das für 2011 erwartete Tablet letztendlich vertreiben wird, steht aber noch nicht fest. Der Kaufpreis des XO-3 soll unter 100 US-Dollar liegen.  (jt)


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