Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1107/85015.html    Veröffentlicht: 18.07.2011 14:38    Kurz-URL: https://glm.io/85015

9Front

Fork des Betriebssystems Plan 9

Der Sourcecode des Betriebssystems Plan 9 von Bell Labs wurde geforkt. Die Entwicklergemeinschaft möchte Plan 9 unter dem Namen 9Front weiterentwickeln, da die Bell Labs nicht mehr dazu in der Lage seien.

Communitymitglieder der Webseite cat-v.org erstellen einen Fork des Betriebssystems Plan 9, das ursprünglich von Bell Labs entwickelt wurde. Der Fork mit dem Namen Plan 9 from the People's Front of cat-v.org, kurz 9Front, hat das Ziel, das zu Forschungszwecken genutzte Plan 9 weiterzuentwickeln, da die Bell Labs "oder wie auch immer sie heute heißen" nicht mehr dazu in der Lage seien. Die Entwicklung des Projekts findet auf Google Code statt.

Neuerungen von 9Front gegenüber Plan9

Laut dem Wiki der Entwickler hat 9Front einen neuen Bootloader bekommen. Der Kernel besitzt einen Audiolayer und das System enthält einen nativen Compiler sowie eine Laufzeitumgebung für die Programmiersprache Go. Eine weitere Veränderung gegenüber Plan9 ist die Unterstützung für das Booten des Systems von USB-Medien.

9Front enthält auch neue Software. Mit cifsd existiert ein CIFS-/SMB-Server und einige Spiele sind ebenfalls für das System verfügbar, darunter der Shooterklassiker Doom. Als Versionskontrollsystem ist Mercurial in 9Front integriert. Damit ist der Zugriff auf den Quellcode von 9Front möglich. Zur Installation der Software kann pkg genutzt werden.

Hardwareunterstützung verbessert

Die Auswahl lauffähiger Hardware wurde gegenüber Plan9 vergrößert. 9Front unterstützt sowohl AC97 als auch Intels HDA zur Soundausgabe. Die Ethernet-Chipsätze BCM57xx von Broadcom sind ebenfalls nutzbar. Mit 9Front sollen auch verschlüsselte Festplatten genutzt werden können. Diese Funktion befindet sich zurzeit jedoch noch in der Entwicklung.

Die Entwickler berichten auch von einzelnen Laptops der Thinkpad-Serie sowie deren Bestandteilen, die unter 9Front funktionieren. Darunter befinden sich Intels GMA-Chipsätze und einige Ethernet-Chipsätze. Auch eine WLAN-Karte ist funktionsfähig.

Zum Testen von 9Front steht ein etwa 430 MByte großes Image zum Download bereit. Empfohlen wird eine Installation in einer virtuelle Maschine, etwa Virtualbox oder Qemu. Der Name des Betriebssystems Plan 9 from Bell Labs spielt auf den Film "Plan 9 from Outer Space" des legendären Regisseurs Ed Wood an.  (sg)


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