Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1107/84885.html    Veröffentlicht: 12.07.2011 13:38    Kurz-URL: https://glm.io/84885

App-Store-Streit

Getjar wehrt sich gegen Apple

Apple hat Getjar eine Unterlassungsanordnung zugesandt und will dem Betreiber des Softwareshops verbieten, den Begriff App Store zu verwenden. Getjar wehrt sich in einem Blogeintrag dagegen, schließlich sei "Steve Jobs nicht ihr Vater".

Getjar hat als Betreiber eines Onlineshops für Smartphone-Anwendungen von Apple eine Unterlassungsanordnung (Cease and desist notice) erhalten. Damit wird ein Bericht des Wall Street Journal bestätigt. Darin droht Apple Getjar mit rechtlichen Schritten und fordert den Softwareshop auf, den Begriff App Store nicht mehr zu verwenden. In einer Stellungnahme von Getjar gibt sich das Unternehmen kämpferisch und zeigt sich unbeeindruckt von Apples Angriff. Getjar will keineswegs auf die Verwendung des Begriffs App Store verzichten und begründet das süffisant mit den Worten "Steve Jobs ist nicht unser Vater".

Auf Getjar werden unter anderem Anwendungen für Android, Blackberry, Symbian und Java angeboten. Über den Shop werden also keine iOS-Anwendungen vermarktet. Allerdings leitet Getjar zu Apples App Store weiter, wenn Anwender nach iOS-Anwendungen suchen. Getjar betont, dass das freiwillig geschieht und Apple dafür nichts bezahlt. Allerdings sei der Zugriff von iOS-Geräten äußerst gering, ergänzt Getjar.

In Getjars Erwiderung wird darauf verwiesen, dass der Softwareshop bereits seit 2005 existiert und seit dieser Zeit Smartphone-Anwendungen vermarktet wurden, lange bevor Apples App Store an den Start ging. Seit Anfang 2009 nutzt Getjar den Begriff App Store in Presseveröffentlichungen, Analysen und der Selbstdarstellung. Weder im Logo noch im Slogan taucht der Begriff auf.

App Store ist keine Marke von Apple

Nach Auffassung von Getjar fehle Apple die rechtliche Grundlage dafür, die Verwendung des Begriffs App Store zu verbieten. Denn Apple besitzt keine Markenrechte für den Begriff App Store.

Erst kürzlich ist Apple in einem ersten Schritt damit gescheitert, Amazon die Nutzung des Begriffs Appstore per einstweiliger Verfügung zu verbieten. Apple hatte 2008 beantragt, App Store als Marke zu erhalten. Allerdings machte ihm Microsoft einen Strich durch die Rechnung und reichte Einspruch beim US-Patent- und Markenamt ein. Noch hat das US-Patent- und Markenamt nicht abschließend entschieden, ob Apple die Markeneintragung für App Store doch noch erhält.  (ip)


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