Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1107/84846.html    Veröffentlicht: 11.07.2011 11:32    Kurz-URL: https://glm.io/84846

RHEL-Nachbau

Cent OS 6.0 mit acht Monaten Verspätung erschienen

Der freie RHEL-Nachbau Cent OS 6.0 erscheint acht Monate nach dem Original. Die Sicherheitsupdates aus Red Hat Enterprise Linux 6.1 möchte die Entwicklergemeinschaft den Nutzern über ein spezielles Repository anbieten.

Die Linux-Distribution Cent OS 6.0 erscheint knapp acht Monate nach Red Hat Enterprise Linux (RHEL) 6.0. Das Entwicklerteam nutzt die frei verfügbaren Quellcodes von RHEL zum Erstellen ihrer Distribution. Daraus soll eine hundertprozentige Binärkompatibilität resultieren. Für RHEL erschien inzwischen eine erste Aktualisierung. Die darin enthaltenen Sicherheitsupdates sollen für Nutzer von Cent OS 6.0 über ein "Continous Release repository" bereitstehen.

Software fast wie beim Original

Wie das Vorbild nutzt Cent OS 6.0 den Linux-Kernel 2.6.32. Dieser enthält unter anderem den Completely Fair Scheduler, der die Prozessorzeit effizienter verteilen soll. Außerdem erstmals enthalten sind die Kernel Mode Settings (KMS).

Als grafische Oberflächen stehen Gnome 2.28 oder KDE 4.3.4 zur Auswahl. Das Büropaket Openoffice 3.2 kommt ebenso wie der Browser Firefox 3.6 zum Einsatz. Neben Mysql 5.1 steht auch PostgreSQL 8.4 als Datenbank bereit. Der Apache-Webserver liegt in Version 2.2.15 vor. Im Unterschied zu RHEL nutzt Cent OS 6.0 nur ein Repository für sämtliche Pakete.

Den Release Notes zufolge nahm das Cent-OS-Team lediglich an elf Programmen Änderungen des RHEL-Codes vor. Darunter sind Firefox, Anaconda oder auch Httpd. Die Red-Hat-spezifischen Pakete wurden wie üblich entfernt.

Verschiedene Installationsmedien

Bislang existieren nur DVD-Images für i386- und x86_64-Plattformen sowie ein Abbild einer Minimal-Install-CD. Die Gemeinschaft möchte jedoch in den kommenden Tagen auch Live-Medien veröffentlichen. Außerdem ist eine sogenannte Lightweightserver-Version geplant. Diese soll analog zur Cent-OS-4-Server-CD alle notwendigen Pakete zum Aufsetzen eines Servers enthalten.

Ein Update von Version 4 oder 5 empfehlen die Entwickler nicht. Stattdessen soll eine Neuinstallation vorgezogen werden. Zum Cent-OS-Download steht eine Vielzahl an Spiegelservern weltweit bereit.  (sg)


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