Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1107/84831.html    Veröffentlicht: 08.07.2011 18:31    Kurz-URL: https://glm.io/84831

Fukushima

Warrior wird zum Staubsaugerroboter

Ein Militärroboter vom Typ Warrior des US-Herstellers iRobot ist in Fukushima zum Staubsaugerroboter umfunktioniert worden. Er fährt in die Reaktorgebäude und entfernt radioaktiven Dreck.

Der US-Roboterhersteller iRobot baut zwei verschiedene Robotertypen: Roboter für das Militär und Staubsaugerroboter. In Fukushima ist jetzt einer von iRobots Militärrobotern zum Staubsauger umfunktioniert worden, berichtet das US-Wissenschaftsmagazin IEEE Spectrum. Seine Aufgabe ist es, die Reaktorgebäude zu säubern.

Robotische Lafette mit Greifarm

Der Roboter vom Typ Warrior 710 ist eine gut 160 Kilogramm schwere robotische Lafette, die auf vier Ketten fährt. Der Roboter ist mit diversen Aufbauten ausgestattet worden, darunter ein gut zwei Meter langer und 54 Kilogramm schwerer Roboterarm, der Lasten bis zu 100 Kilogramm heben kann.

Der Roboter greift das vordere Ende eines 40 Meter langen Schlauchs mit dem Saugkopf und fährt damit in das Reaktorgebäude. Damit saugt er radioaktiv verseuchten Staub und Sand, den der Tsunami in die Gebäude gespült hat, auf. Am Ende des Schlauchs befindet sich ein starker Industriestaubsauger, der für den nötigen Unterdruck sorgt. Ihm vorgelagert sind zwei Tanks mit einem Fassungsvermögen von je 200 Litern, in denen das radioaktive Material aufgefangen wird.

Vom Tsunami zerstört

Das Atomkraftwerk Fukushima an der Ostküste der japanischen Hauptinsel Honshu war im März 2011 von einem Tsunami, der auf ein Seebeben folgte, weitgehend zerstört worden. Mehrere Robotikunternehmen hatten dem Kraftwerksbetreiber Tepco ihre Produkte zur Verfügung gestellt: IRobot hat je zwei Roboter vom Typ Packbot und Warrior nach Japan geschickt. Honeywell hat eine Drohne vom Typ T-Hawk nach Fukushima gesandt, Qinetiq je zwei Talon und Dragon Runner. Die beiden sind ähnliche Plattformen wie die Packbots und Warriors von iRobot.

Seit April sind die Roboter auf dem Kraftwerksgelände im Einsatz: Während robotische Bagger Trümmer beseitigen, fahren andere Roboter in die schwer beschädigten Reaktorgebäude und liefern Bilder oder messen die Strahlenbelastung. Die T-Hawk liefert Bilder und Daten aus der Luft. Dabei kam es Ende Juni zu einem Zwischenfall: Die Drohne geriet außer Kontrolle und musste auf dem Dach eines Reaktorgebäudes notlanden.  (wp)


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