Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1107/84686.html    Veröffentlicht: 04.07.2011 16:44    Kurz-URL: https://glm.io/84686

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Online-Times auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit?

Die Online-Ausgaben der Times und der Sunday Times verlieren weiter an Reichweite. Die Leser- und Zugriffszahlen sind im Jahresvergleich stark gesunken.

Rupert Murdoch hat sein Medienkonglomerat auf einen Kampfkurs gegen die 'Kostenloskultur' im Internet geschickt. Statt Inhalte kostenlos anzubieten und im Gegenzug an Werbeeinnahmen zu verdienen, errichtet die News Corporation Paywalls um populäre Angebote herum. Den Anfang machte im vergangenen Jahr die Website von News of the World, später folgten die Traditionszeitungen Times und Sunday Times. In der Folge mussten beide massive Verluste bei den Leserzahlen hinnehmen, berichtet The Inquirer unter Berufung auf Zahlen von Nielsen.

Demnach konnten seit dem vergangenen Jahr lediglich rund 100.000 Abonnenten für die Times und die Sunday Times zusammen gewonnen werden. Das Abonnement kostet wöchentlich 2 Britische Pfund, rund 2,21 Euro. Damit ist die Digitalausgabe deutlich preiswerter als die Druckausgabe.

Rebekah Brooks, Chefin von News International, sieht die Abonnementzahlen positiv. Gegenüber dem Inquirer sagte sie dazu: "Ein Jahr nach dem Start haben wir bewiesen, dass die Leute bereit sind, für Qualitätsjournalismus in digitalen Formaten zu bezahlen. Viele haben am Erfolg unserer Digitalstrategie gezweifelt. Jetzt haben wir den eindeutigen Beweis dafür, dass die Richtung stimmt." Allein seit Februar 2011 hätte sich die Zahl der Abonnenten um 28 Prozent erhöht.

Die Zahl der Websitebesucher von Times und Sunday Times ist im Jahresvergleich auf gut ein Viertel eingebrochen. Registrierte Nielsen im April 2010 noch 40,6 Millionen Page Impressions, waren es im Mai dieses Jahres nur noch 11,9 Millionen. Das bleibt nicht ohne Konsequenzen für die Online-Reichweite der Zeitungen. Diese ist von sieben Prozent auf lediglich noch zwei Prozent gefallen.

Den 100.000 neuen Digitalabonnements stehen laut dem Guardian eine um 68.695 Exemplare geschrumpfte Druckausgabe der Times und 68.150 weniger verkaufte Druckexemplare der Sunday Times gegenüber. Die Gesamtleserzahl beider Zeitungen dürfte daher geringfügig zugelegt haben.  (rag)


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