Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1107/84649.html    Veröffentlicht: 01.07.2011 16:55    Kurz-URL: https://glm.io/84649

Kamera-Versteigerung

Nasa verklagt Apollo-14-Astronauten

1971 hat der Astronaut Edgar Mitchell nach seiner Rückkehr vom Mond eine Hasselblad-Kamera der Nasa behalten. Die US-Weltraumbehörde versucht, die Kamera auf dem Gerichtsweg zurückzubekommen. Mitchell wollte die Kamera versteigern.

Die Nasa hat den Astronauten Edgar Mitchell verklagt, berichtet die Lokalzeitung Palm Beach Post. Die US-Weltraumbehörde wirft Mitchell vor, sich unrechtmäßig eine ihrer Kameras angeeignet zu haben.

Der sechste Mann

Mitchell gehörte 1971 zur Besatzung der Apollo 14 und setzte als sechster Mensch seinen Fuß auf den Mond. Für seine Ausflüge hatte Mitchell eine Kamera zur Verfügung, mit der er Bilder von der Mondoberfläche machte. Die Kameras für die US-Astronauten lieferte der schwedische Hersteller Hasselblad. Meist nahmen die Astronauten lediglich das belichtete Filmmaterial aus den Kameras und ließen diese auf dem Mond zurück.

Nicht so Mitchell: Er brachte seine Hasselblad wieder mit zurück zur Erde und behielt sie. Alle Astronauten hätten Erinnerungsstücke eingesteckt, sagte er der Zeitung. "Wir haben Dutzende davon. Jeder von uns, der zum Mond geflogen ist."

Filmkamera von der Mondoberfläche

Das ging 40 Jahre gut. Im Frühjahr 2011 aber wollte Mitchell sein Weltraumsouvenir versteigern. Die New Yorker Niederlassung des britischen Auktionshauses Bonhams sollte eine "Filmkamera von der Mondoberfläche" anbieten. 60.000 bis 80.000 US-Dollar sollte das gute Stück bringen. Die Nasa erfuhr von der Auktion, die am 5. Mai stattfinden sollte, und verhinderte sie.

Inzwischen hat die Nasa Klage gegen Mitchell vor einem Bezirksgericht in Florida eingereicht. Mitchell habe sich unrechtmäßig in den Besitz von Nasa-Eigentum gebracht, heißt es in der Klageschrift. Vor Gericht will die Nasa erreichen, dass Mitchell die Kamera zurückgibt. Die US-Weltraumbehörde habe ihn in der Vergangenheit mehrfach dazu aufgefordert, gab Mitchell zu.  (wp)


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