Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1106/84608.html    Veröffentlicht: 30.06.2011 12:21    Kurz-URL: https://glm.io/84608

Notverkauf

News Corp verschleudert Myspace für 35 Millionen US-Dollar

Der Wert von Myspace ist in wenigen Jahren um 545 Millionen US-Dollar gefallen. Die News Corporation konnte das soziale Netzwerk mit viel Mühe gerade noch an einen relativ unbekannten Werbevermarkter verkaufen.

News Corporation hat Myspace für 35 Millionen US-Dollar an den Werbeweiterverkäufer Specific Media verkauft. Das berichten das Wall Street Journal und die New York Times aus informierten Kreisen. Der Medienkonzern News Corp hatte das Netzwerk 2005 für 580 Millionen US-Dollar gekauft.

Mehr als die Hälfte der noch 500 Beschäftigten dürften ihren Arbeitsplatz verlieren. Im Februar 2011 gab die News Corporation bereits bekannt, über die Hälfte der Belegschaft des sozialen Netzwerks zu entlassen.

Im April 2011 hatte der Konzern noch versucht, Myspace für über 100 Millionen US-Dollar zu veräußern. Bieter waren die Finanzinvestoren Thomas H. Lee Partners, Redscout Ventures und Criterion Capital Partners, denen bereits das soziale Netzwerk Bebo gehört. Doch die Gespräche scheiterten.

Laut Angaben von Comscore ging die Zahl der Visits bei Myspace in den USA im März 2011 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 49 Prozent auf 36,1 Millionen zurück. Specific Media, ein relativ unbekanntes Werbeunternehmen, will mit dem Popstar Justin Timberlake zusammenarbeiten, um Myspace "wiederaufzubauen und neu zu beleben". Timberlake investiert selbst einen nicht genannten Betrag in das Unternehmen.

Specific Media will "sozial aktivierte" Onlineanzeigenkampagnen durchführen, bei der Nutzer ihre "Lieblingswerbung" mit Myspace-Freunden teilen können. Specific-Media Chef Tim Vanderhook wolle aus Myspace ein "digitales Medienunternehmen machen, das mit Yahoo, AOL, Facebook und anderen Größen wetteifern" könne. Ein Börsengang von Myspace nach erfolgreicher Integration sei in Branchenkreisen diskutiert worden, hat das Wall Street Journal erfahren.

Myspace-Chef Mike Jones ist zurückgetreten. Er hatte selbst versucht, das Unternehmen zu kaufen. Jones bleibt für eine Übergangszeit im Unternehmen und übernimmt vielleicht einen Posten im Aufsichtsrat.  (asa)


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