Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1106/84600.html    Veröffentlicht: 30.06.2011 10:35    Kurz-URL: https://glm.io/84600

Light Peak

Apples Thunderbolt-Kabel stecken voller Technik

50 Euro für ein zwei Meter langes Thunderbolt-Kabel? Der Preis für das Apple-Produkt hat tatsächlich viele Nutzer verwirrt. Nachdem iFixit eines der neuen Kabel auseinandergenommen hat, wird deutlich, warum die Kabel so viel kosten: In Thunderbolt-Verbindungen (Intel Light Peak) steckt sehr viel mehr Technik als in herkömmlichen Datenverbindungen.

Bei den teuren Thunderbolt-Kabeln von Apple handelt es sich um Kabel mit eigenen Chips. Das hat iFixit herausgefunden, nachdem ein Kabel auseinandergenommen wurde. In den beiden Kabelsteckern, die die Form eines Mini-Displayports haben, ist jeweils ein Chip untergebracht, wie auch an den Bildern zu erkennen ist. Es handelt sich bei einer 2-Meter-Thunderbolt-Verbindung also um eine aktive Verbindung. Die Chips stammen von Genum (technische Informationen zum GN2033) und werden von jeweils zwei weiteren Chips unterstützt. Auch Widerstände befinden sich in den Steckern.

Apple verkauft seit einigen Tagen die ersten Kabel, die mit 50 Euro zu den teuersten Kabeln gehören, die Apple anbietet. Originalkabel sind jedoch grundsätzlich sehr teuer, unabhängig vom Hersteller. Aufgrund der Technik in den Thunderbolt-Kabeln kann auch damit gerechnet werden, dass Drittanbieter eine Weile brauchen werden, bis sie günstige Alternativen anbieten können.

Für Mac-OS-X-Nutzer hat Apple eine Liste häufig gestellter Fragen samt Antworten zu Thunderbolt publiziert. Dort wird unter anderem angegeben, dass Apple empfiehlt, keine Kabel zu verwenden, die länger als zwei Meter sind. Im Februar 2011 hieß es noch, Thunderbolt sei für Kabel mit bis zu drei Meter geeignet. Laut Genum sind mit den GN2033-Chips sogar 5-Meter-Verbindungen möglich. Die Mindestlänge liegt aber bei 2 Metern.

Windows-Betrieb mit Nachteilen

Thunderbolt-Kabel lassen sich auch - per Bootcamp - unter Windows verwenden, wie die Windows-FAQ erklärt. Allerdings hat der Betrieb unter Windows teils erhebliche Nachteile. Per Thunderbolt angeschlossene Geräte lassen sich beispielsweise erst nach einem Neustart wieder benutzen und Hibernate oder Suspend-to-RAM werden nicht unterstützt. Außerdem muss ein Thunderbolt-Gerät bereits beim Hochfahren von Windows angeschlossen sein.

Für den Betrieb mit Thunderbolt hat Apple ein Firmware-Update veröffentlicht. Bei Apple Deutschland werden neben den verfügbaren Thunderbolt-Kabeln nun auch Promise Pegasus RAID-Systeme gelistet. Die Kosten für das 8-TByte-RAID-System, das per Thunderbolt angeschlossen werden kann, liegen bei rund 1.300 Euro. 12 TByte kosten 1.700 Euro. Eine Lieferung der Systeme ist laut Apple allerdings erst in zwei bis drei Wochen möglich.  (ase)


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