Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1106/84574.html    Veröffentlicht: 29.06.2011 13:34    Kurz-URL: https://glm.io/84574

Virenscanner

Update von Avira Antivir Personal verärgert Anwender

Avira hat für die kostenlose Variante von Antivir ein Update veröffentlicht, das bei einigen Nutzern vermeintlich den Virenscanner deaktiviert. Mit dem Update will die Anwendung eine Browser-Toolbar für die Ask-Suchmaschine mitinstallieren im Gegenzug gibt es eine neue Funktion.

Avira bietet für Antivir Personal ein Update in Form eines Service Pack 2 (SP2) an, mit dem die Funktion Webguard in diese Ausführung integriert wird. Der Virenscanner Antivir Personal darf für den privaten Gebrauch kostenlos verwendet werden. Mit dem aktuellen Update macht die neue Version aber auf einigen Systemen Probleme. So wird berichtet, dass der Virenscanner nach dem Update deaktiviert ist, wenn die mit dem Update angebotene Browser-Toolbar nicht mitinstalliert wird.

Browser-Toolbar-Installation im Tausch gegen neue Funktion

Der Virenscanner arbeitete erst wieder, wenn die Searchfree-Toolbar von Ask.com installiert wurde, beobachtete Golem.de. Laut Avira handelt es sich dabei um einen Fehler, den der Anbieter korrigieren will. In einem anderen Fall lief der Virenscanner zwar auch ohne Toolbar-Installation, aber dann gibt es immer wieder lästige Aufforderungen, die Searchfree-Toolbar doch nun zu installieren.

Mit dem Update wird die Funktion Webguard in die Personal-Edition des Virenscanners integriert. Damit sollen Anwender besser vor Schadsoftware auf Webseiten geschützt werden. Der Webguard ist ein HTTP- und FTP-Proxy, der alle Browserdaten prüft, bevor diese im Browser angezeigt werden.

Die Webguard-Funktion in Antivir Personal ist an die Installation der Searchfree-Toolbar von Ask.com gekoppelt. Ohne die Installation der Browser-Toolbar gibt es auch keine Webguard-Funktion. Während der Installation wird der Anwender zwar auf die Toolbar-Installation aufmerksam gemacht, allerdings fehlen klare Hinweise, was das mit Webguard zu tun hat. In den kostenpflichtigen Versionen von Avira Antivir kann die Webguard-Funktion weiterhin ohne Toolbar-Zwangsinstallation genutzt werden.

Während Avira in der aktuellen Presseinformation keinen Hinweis darauf gibt, welchen Sinn und Zweck die Searchfree-Toolbar hat, gibt es im Avira-Blog eine Erklärung dafür. So erhält Avira Geld, wenn Anwender auf gesponserte Links der Toolbar von Ask.com klicken. Aus Avira-Sicht sorgt die Bezahlung von Ask.com dafür, dass die Webguard-Funktion Anwendern kostenlos angeboten werden kann.

Avira arbeitet an einer Fehlerkorrektur

Der Nutzer von Antivir Personal kann das aktuelle Update zwar überspringen, erhält dann aber keine aktuellen Signaturdateien mehr, so dass der Virenscanner nicht mehr sinnvoll eingesetzt werden kann.

Nachtrag vom 29. Juni 2011, 14:35 Uhr

Nach Beobachtungen von Golem.de gibt es ein mögliches drittes Szenario nach der Installation des Updates. Das Antivir-Symbol in der Windows-Taskleiste besagt, dass der Virenscanner nicht läuft - der Avira-Schirm ist geschlossen. Tatsächlich läuft der Virenscanner dann aber, nur die Webguard-Funktion ist nicht aktiv, weshalb der Avira-Schirm nicht geöffnet ist. Ob das auch bei den bereits berichteten Fällen so war, ist nicht bekannt. Außerdem hat Avira darauf hingewiesen, dass sich die Searchfree-Toolbar über die Systemsteuerung wieder deinstallieren lässt. Dann ist die Webguard-Funktion im Virenscanner allerdings abgeschaltet.

Nachtrag vom 29. Juni 2011, 16:48 Uhr

Avira hat sich zu den Problemen mit dem aktuellen Update für Antivir Personal geäußert. Demnach war der Virenscanner bei keinem der geschilderten Fälle nach dem Update deaktiviert. Aufgrund eines Programmfehlers geht die Software davon aus, dass die Webguard-Funktion abgeschaltet ist, tatsächlich aber nicht installiert wurde. Wenn eine Komponente von Antivir abgeschaltet wird, zeigt das Antivir-Symbol in der Windows-Taskleiste einen geschlossenen Avira-Schirm, erklärte Avira Golem.de.

Wenn die Webguard-Funktion nicht installiert ist, sollte der Avira-Schirm allerdings geöffnet sein. Avira zeigte Verständnis dafür, dass viele Nutzer aufgrund des geschlossenen Avira-Schirms meinten, der Virenscanner laufe nicht mehr. Von diesem Fehler sind alle Nutzer von Antivir Personal betroffen, die zwischen März 2010 und Januar 2011 die Version 10 des Virenscanners installiert hatten und auf die Installation der Browser-Toolbar verzichteten, heißt es von Avira.

Bis zum Morgen des 30. Juni 2011 will der Anbieter den Fehler mit einem Update beseitigen. Wer von dem Fehler betroffen ist, wird zur Korrektur ein Update des Virenscanners erhalten. Ansonsten können sich betroffene Anwender mit einer angepassten Installation helfen. Wer das SP2 für Aviras Antivir Personal noch nicht installiert hat und erst morgen auf das SP2 wechselt, wird von dem Fehler nicht betroffen sein. Das gilt auch, wenn der Nutzer erst ab Februar 2011 auf Antivir Personal 10 gewechselt ist. Daher tauchte der Fehler nicht bei allen Anwendern auf.  (ip)


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