Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1106/84484.html    Veröffentlicht: 26.06.2011 09:45    Kurz-URL: https://glm.io/84484

Cracker

Lulzsec hört auf

Die Crackergruppe Lulzsec hört auf, es soll keine weiteren Angriffe und Datendiebstähle geben. Zum Schluss veröffentlichte Lulzsec aber nochmals umfangreiches Material. Die Lulzsec-Gegner von Teampoison veröffentlichten derweil das Telefonbuch von Tony Blair.

Nach nur 50 Tagen soll es vorbei sein mit den Angriffen und Datendiebstählen von Lulzsec, das verkündete die Crackergruppe. Es ging ihr um Spaß am Chaos und darum, die Gier der Massen nach immer neuen Kicks zu befriedigen, auch mit der Veröffentlichung von Nutzerdaten gehackter Unternehmen, begründete die Crackergruppe die eigenen Aktivitäten.

Angeblich war Lulzsec von Beginn an nur auf 50 Tage ausgelegt, so die sechs Mitglieder der Gruppe, die zum Schluss noch einmal umfangreiche Daten veröffentlichten, darunter Logindaten von Betanutzern von Battlefield Heroes, die Adressen zahlreicher Switches mit Standardlogins, Zugangsdaten zu Unternehmensnetzwerken, die Nutzerdatenbank des Nato-Buchshops, ein internes Handbuch für Netzwerkadministratoren von AOL sowie interne Daten von AT&T.

19-Jähriger verhaftet

In der vergangenen Woche wurde in Großbritannien ein 19-Jähriger wegen DDoS-Angriffen und Computersabotage verhaftet, der aus dem Umfeld von Lulzsec kommt. Er habe aber nur einen IRC-Server betrieben, der unter anderem auch von Lulzsec genutzt wurde, so die Cracker.

Zuvor hatten die Cracker zahlreiche DDoS-Attacken durchgeführt sowie Daten entwendet und veröffentlicht. Unter anderem steckt die Gruppe angeblich hinter Angriffen auf Spielehersteller wie Sega, Nintendo, Sony und Bethesda Softworks sowie die Spiele Eve Online und Minecraft. In ihrem Visier waren aber auch ein Filmportal von Sony Pictures, eine Sexwebseite sowie Institutionen wie der US-Senat und die CIA. Zuletzt veröffentlichte die Gruppe Dokumente der Polizei von Arizona.

Antisec statt Lulzsec

Ganz aufhören wollen die Lulzsec-Mitglieder wohl nicht, sie hatten vor kurzem die Operation Anti Security ausgerufen, in deren Rahmen sie zum Angriff auf Regierungsorganisationen und Geheimdienste aufriefen. Und künftig wollen sie auch selbst unter dem Namen Antisec weitermachen, kündigt Lulzsec-Anführer Sabu an.

Dabei hatte sich Lulzsec den Zorn einiger Hacker zugezogen. Die Web Ninjas, Teampoison und th3j35t3r sagten Lulzsec den Kampf an und veröffentlichten zum Teil Material über die Crackergruppe, um deren Mitglieder zu enttarnen.

Teampoison veröffentlicht Adressbuch von Tony Blair

Teampoison wirft Lulzsec vor, sich mit bekannten Hackergruppen gleichzusetzen. Es stehe ihnen auch nicht zu, die Operation Antisec wieder aufleben zu lassen. Teampoison veröffentlichte am Wochenende zudem seinerseits gestohlene Daten, und zwar von Großbritanniens ehemaligem Premierminister Tony Blair. Dabei soll es sich unter anderem um ein privates Telefonbuch von Tony Blair handeln.  (ji)


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