Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1106/84438.html    Veröffentlicht: 23.06.2011 15:59    Kurz-URL: https://glm.io/84438

PCIe-Kabel

32 GBit/s über drei Meter geplant

Mit Thunderbolt, HSDL und anderen Spezialfällen existieren bereits schnelle Verbindungen. Jetzt will laut EE Times auch die PCI Special Interest Group (SIG) bis 2013 eine PCI-Express-Kabelverbindung spezifizieren, um dem Bedarf an besonders schnellen Kabelverbindungen gerecht zu werden.

Das PCI-Konsortium arbeitet einem Bericht der EE-Times zufolge an PCI-Express-Kabeln. Statt teuren Glasfasern und Bausteinen, die elektrische in optische Signale und umgekehrt übersetzen, will die PCI-SIG auf herkömmliche elektrische Kabel setzen. Die sollen zudem sehr dünn sein, allerdings gibt es noch keine Details.

Geplant ist, eine Distanz von 3 Metern mit den Kabeln zu überbrücken. Die Datenrate wird durch eine PCIe-x4-Konfiguration auf 32 GBit/s festgesetzt. Beim PCIe-3.0-Standard werden pro Lane 8 GBit/s übertragen. Eine Energieübertragung ist ebenfalls geplant, vermutlich unter 20 Watt, wie EE Times unter Berufung auf der PCI SIG nahe Kreise angibt. Damit könnten viele Endgeräte auf ein Netzteil verzichten. Optisch arbeitende Kabel werden ebenfalls in Betracht gezogen, um größere Distanzen zu überbrücken, stehen aber offenbar derzeit nicht im Fokus.

Bis erste Produkte im Handel zu sehen sind, vergeht dem Bericht zufolge noch einige Zeit. Der Zeitplan sieht vor, dass Gerätehersteller vor Juni 2013 erste Produkte anbieten können.

PCIe-Kabel an sich sind nichts Neues. Der Bedarf ist auf jeden Fall da, um etwa RAID-Systeme auch extern an Rechner anzuschließen. Barefeats.com hat beispielsweise vor kurzem einen RAID-Verbund getestet, der fast 3 GByte pro Sekunde mit 6 SSDs lesend erreicht. Um Flaschenhälse zu umgehen, setzen Hersteller teils sogar auf PCIe-SSDs.

Auf dem IDF 2010 zeigte PLX seine Pläne, mit einer x8-Konfiguration (PCie 3.0) 64 GBit/s über 100 Meter zu transportieren. Allerdings muss hier auf Glasfaser und Umsetzbausteine gesetzt werden. Die vermutlich sehr teure Lösung wird wohl Spezialanwendungen vorbehalten sein.

Schnelle Kabel gibt's schon

Notebookhersteller Fujitsu hat zusammen mit AMD - über eine sehr kurze Distanz - 2009 bereits in einem kommerziellen Produkt die externe Grafikkarte XGP an ein Notebook angeschlossen. Hier über ein normales elektrisches Kabel.

OCZ hat mit HSDL ebenfalls eine eigene Schnittstelle spezifiziert. Sie ist 20 GBit/s schnell und soll vor allem externe Datenträger anbinden. SATA ist für einige SSD-Hersteller mittlerweile zu langsam.

Die Verfahren sind aber nicht standardisiert und Fujitsu hat sein Experiment mit dem Amilo Graphic Booster schnell wieder aufgegeben und so arbeiten viele Hersteller derzeit an eigenen Konzepten. Hier besteht für die PCI-SIG die Möglichkeit, etwas Ordnung zu schaffen.

Intels Thunderbolt alias Light Peak hat als PCIe-Verbindung bereits eine gewisse Verbreitung gefunden, denn Apple hat in seinen neu vorgestellten Macs die Technik bereits eingebaut. Sie liegt allerdings seit Monaten brach, da es keine Kabel für die Technik gibt. Selbst Intel gibt keine heraus. Das dürfte sich erst in den nächsten Monaten ändern.

Thunderbolt arbeitet auf Basis von Kupferkabeln und beinhaltet auch das Displayport-Protokoll. Optische Verbindungen sind prinzipiell auch vorgesehen, es gibt allerdings noch keine Geräteankündigungen in diesem Bereich. Außerdem wird über diese optischen Kabel keine Energie übertragen. Apples Thunderbolt-Lösung sieht eine Energieversorgung von Endgeräten vor.

Während die PCI-SIG jetzt die Vorbereitungen für 32 GBit/s im Jahr 2013 trifft, will Intel 2015 mit einem Thunderbolt-Nachfolger die Datenrate nochmals übertreffen. 50 GBit/s sind dann geplant.  (as)


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