Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1106/84409.html    Veröffentlicht: 22.06.2011 16:25    Kurz-URL: https://glm.io/84409

Tilera Gx3100

100 Kerne bei 48 Watt

Anfang 2012 will das Startup Tilera seine VLIW-Prozessoren mit 100 Kernen liefern. Die Vorgänger gibt es inzwischen nicht nur auf Testplattformen, sondern auch auf PCI-Express-Karten.

Das bereits seit 2007 aktive Unternehmen Tilera hat drei neue CPUs angekündigt und deren Daten vorgelegt. Alle neuen Prozessoren arbeiten ähnlich wie GPUs mit einer VLIW-Architektur. Im Unterschied zu den zunehmend auch für Rechenaufgaben eingesetzten Grafikprozessoren sind die Tilera-Chips jedoch mit mehr Standardschnittstellen ausgestattet und unter Linux direkt programmierbar.

Ein weiterer Unterschied zu GPUs: Die Tilera-Prozessoren arbeiten nicht mit komplizierten Bussen, über die schon Nvidia stolperte. Ähnlich wie bei Intels Forschungschip SCC sind die Kerne über ein Mesh-Netzwerk verknüpft. PC-CPUs ähneln diesen Cores in der Cache-Ausstattung: Je 32 KByte L1 Cache gibt es für Daten und Befehle, sowie 256 KByte L2-Cache. Dazu kommt noch ein, je nach Anzahl der Cores, unterschiedlich großer L3-Cache, den sich die Kerne teilen. Er kann im Fall des 100-Kern-Modells Gx3100 32 MByte groß sein.

Die kleineren Versionen heißen, entsprechend der Zahl der Kerne, Gx3064 und Gx3036. Sie verfügen über entweder zwei oder vier Kanäle für DDR3-Speicher und Ports für PCI-Express. Dazu kommen je nach Modell noch bis zu vier Schnittstellen für Gigabit-Ethernet und 10-Gigabit-Ethernet.

Mit diesem Schnittstellenangebot hat es Tilera nun auf Cloud Computing abgesehen - auch Intels Projekt SCC heißt ausgeschrieben "single chip cloud computer". Für die neue Serie 3000 hat Tilera nach eigenen Angaben mit Cloud-Providern zusammengearbeitet, deren Namen das Unternehmen aber noch nicht nennt. Frühere Versionen der Tilera-Chips sollten in Netzwerkgeräten wie solchen für Wimax und LTE Platz finden, wo dem Unternehmen aber kein Erfolg gelang.

Dem Trend zu immer sparsameren Servern folgend, will das Startup nun vor allem durch Energieeffizienz punkten. Ohne konkrete Vergleichsbedingungen zu nennen, gibt Tilera an, das Verhältnis von Rechenleistung zu Watt sei zehnmal besser als bei Intels Sandy-Bridge-Architektur. Ein einzelner Kern soll weniger als 0,5 Watt aufnehmen, der ganze 100-Kern-Prozessor nur 48 Watt. Dabei takten die Prozessoren mit 1,5 GHz.

Gefertigt werden die CPUs bei TSMC mit 40 Nanometern Strukturbreite. Der Gx3036 mit 36 Kernen soll noch im Juli 2011 ausgeliefert werden, die Versionen mit 64 und 100 Kernen dann im ersten Quartal des Jahres 2012. Ein Kunde dafür ist das taiwanische Unternehmen Quanta, das bereits Server auf Basis der Gx-Chips anbietet.  (nie)


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