Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1106/84335.html    Veröffentlicht: 20.06.2011 18:11    Kurz-URL: https://glm.io/84335

Solar um die Welt

Bochumer wollen 30.000 Kilometer mit Solarauto fahren

Ein Jahr, fünf Kontinente, 30.0000 Kilometer: Vor dem mit Sonnenenergie betriebenen Auto Solarworld Gran Turismo liegt ein hartes Programm. Das von Bochumer Studenten konstruierte Auto wird diese Woche vorgestellt.

Mit Solarstrom um die ganze Welt - das ist der Plan eines studentischen Teams der Bochumer Hochschule. Mit seinem selbst konstruierten Solarauto will es durch mehrere Länder auf allen fünf Kontinenten fahren.

Durch Australien

Start der solaren Weltfahrt ist der Wettbewerb World Solar Challenge, der vom 16. bis zum 23. Oktober 2011 in Australien stattfindet. Im Rahmen des Rennens müssen die Teilnehmer mit ihren Solarmobilen das Land einmal von Norden nach Süden durchqueren: Die Fahrt geht von Darwin an der Nordküste 3.000 Kilometer durch das Landesinnere bis nach Adelaide im Süden.

Wenn für die anderen Teilnehmer Schluss ist, fängt für die Bochumer die Fahrt erst richtig an: Von Australien geht es zunächst nach Neuseeland. Anschließend werden weitere Länder in Nordamerika, Nordafrika, Europa und Asien angesteuert. Insgesamt hat sich das Team eine Strecke von 30.000 Kilometern vorgenommen - das entspricht drei Vierteln der Länge des Äquators.

In einem Jahr um die Welt

Für das Rennen und die sich daran anschließende Weltfahrt, die ein Jahr dauern soll, haben die Bochumer ein neues Solarauto gebaut, das den Namen Solarworld Gran Turismo, kurz: Solarworld GT, trägt. Es basiert auf einem Vorgänger, dem Bocruiser, mit dem das Team 2010 die European Solar Challenge gewann.

Einige Komponenten der früheren Modelle haben die Konstrukteure übernommen, darunter die Radnabenmotoren in den Vorderrädern. Neu ist dagegen die Karosserie: Anders als Bocruiser wird Solar World GT ein Zweisitzer. Materialien wie Titan, Aluminium und Kohlefaser sorgen für Festigkeit bei relativ niedrigem Gewicht: Das Auto soll weniger als 300 Kilogramm wiegen. Damit der Fahrer immer auf der richtigen Seite sitzt, kann es schnell von Links- auf Rechtslenkerbetrieb und umgekehrt umgebaut werden.

Solarzellen und Akku

Für den Fahrstrom sorgen Hochleistungssolarzellen auf dem Dach und dem langgezogenen Heck. Maximal drei Quadratmeter erlaubt das Reglement. Hinzu kommt ein Akku, dessen Höchstgewicht 21 Kilogramm betragen darf. Das Auto soll immerhin 120 km/h erreichen.

Am 22. Juni wollen die Bochumer Konstrukteure das Auto der Öffentlichkeit präsentieren. Anschließend wird es auch gleich gen Australien verschifft. Solarworld GT ist bereits das fünfte Solarauto, das das Team baut.  (wp)


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