Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1106/84320.html    Veröffentlicht: 20.06.2011 12:05    Kurz-URL: https://glm.io/84320

Supercomputer

Schnellster Rechner der Welt hat eine halbe Million Cores

548.352 Kerne braucht die Maschine "K Computer" am japanischen Institut Riken in Kobe, um den ersten Platz der neuen Top 500 der Supercomputer zu erringen. Unter den Top 10 findet sich nun keine einzige deutsche Maschine mehr, und auch keine, die weniger als 1 Petaflops leistet.

Zum Start der Supercomputerkonferenz ISC'11 in Hamburg hat Erich Strohmaier von den Berkeley Labs die neue Top-500-Liste bekanntgegeben. Der K Computer von Fujitsu erreicht mit einer Leistung von über 8 Petaflops den ersten Platz. Die Maschine ist mit eigenen SPARC-VIII-CPUs von Fujitsu mit je acht Kernen bestückt und deklassiert die Konkurrenz.

Der bisher führende chinesische Supercomputer Tianhe-1A mit Xeon-CPUs und Nvidia-GPUs kommt nach den neuen Messungen nur auf etwas mehr als 2.500 Billionen Berechnungen pro Sekunde. Der lange führende Jaguar der Oak Ridge Labs erreicht nur gut 1,7 Petaflops. Danach fällt die Leistung in der neuen Liste der zehn schnellsten Maschinen der Welt nicht mehr so stark ab, IBMs Roadrunner markiert mit gut 1 Petaflops Platz 10.

Damit ist erstmals kein Rechner der Top 10 mehr langsamer als 1 Petaflops. Deshalb landet auch der derzeit noch schnellste deutsche Supercomputer Jugene des Forschungszentrums Jülich mit etwas weniger als 1 Petaflops nur noch auf Platz 12. Mitte 2012 sollte Deutschland jedoch wieder eine der zehn schnellsten Maschinen stellen können, dann soll der SuperMUC des Münchner LRZ fertiggestellt sein.

Der neue Spitzenreiter K Computer führt nicht nur mit seiner reinen Rechenleistung, sondern ist auch eines der energieeffizientesten Systeme der Top 10. Er braucht für seine 8 Petaflops zwar 9,9 Megawatt, für seine 2,5 Petaflops muss Tianhe-1A aber schon 4,4 Megawatt aufwenden.

Bei den Herstellern der 500 schnellsten Supercomputer ist IBM weiter führend, gefolgt von Cray und Fujitsu. Bei den Top 50 dominiert jedoch Cray mit 34 Prozent Anteil, IBM kommt hier nur auf 18 Prozent. Alle anderen Hersteller müssen sich mit einstelligen Marktanteilen zufriedengeben.

Durch neue Techniken wie GPU-Computing und immer bessere Vernetzung der Knoten mit eigenen Fabrics erwarten die Supercomputerforscher bis zum Jahr 2019 die ersten Rechner, die 1 Exaflops erreichen. Diese Beschleunigung der Leistungssteigerung soll dabei sogar schneller verlaufen als es Moores Law vorgibt. [von Nico Ernst und Andreas Sebayang]  (nie)


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