Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1106/84299.html    Veröffentlicht: 17.06.2011 18:52    Kurz-URL: https://glm.io/84299

Lulzsec erklärt sich

"Nyan-nyan-nyan-nyan-nyan, oder so..."

Die Cracker von Lulzsec kümmert es nicht, ob sie gefasst werden. In einem offenen Brief erklären sie, warum sie gerne Chaos stiften und warum sie den Nutzern damit einen Gefallen tun.

Lulzsec erklärt sich: Auf gewohnt wortgewandte und freche Weise haben sich die Cracker in einem offenen Brief an Kritiker und Fans gewandt. Sie schreiben, dass Hacken aus Spaß am Chaos 2011 längst zur Normalität gehört und sie die Gier der Massen nach immer neuen Kicks befriedigen - auch mit der Veröffentlichung von Nutzerdaten gehackter Unternehmen.

Lulzsec: "Ja, ja, es gibt immer das Argument, dass die vollständige Veröffentlichung schlicht böse ist, dass Accounts gestohlen und missbraucht werden, aber willkommen im Jahr 2011. Das ist die Lulz-Lizard-Ära, wo wir Dinge tun, einfach weil wir sie unterhaltsam finden." Die Fans fänden Chaos lustig, Lulzsec stifte es gern, schreibt die Gruppe. "Wir veröffentlichen persönliche Daten, damit ebenso böse Menschen uns mit dem unterhalten, was sie damit anrichten."

Lulzsec macht weiter

Die Cracker rechtfertigen auch ihre Veröffentlichung von Daten aus Hacks verschiedener Unternehmen: "[...] was, wenn wir nichts veröffentlicht hätten? Wenn wir geschwiegen hätten? Das würde bedeuten, dass wir heimlich in Systemen von FBI-Partnern aktiv wären, von PBS, von Sony... sie beobachten... sie missbrauchen...", erklärt Lulzsec.

Allerdings veröffentlicht Lulzsec selbst nicht alle Daten aus Hacks - in ihrer Stellungnahme zum Angriff auf Bethesda Softworks wies die Gruppe darauf hin, aus Sympathie für das Spielestudio die gestohlenen Accountdaten von 200.000 Brink-Spielern nicht veröffentlichen zu wollen. Die Cracker machen ebenfalls nicht alle erfolgreichen Hacks publik, wie sie jetzt erklärten.

Lulzsec will weitermachen; dass die Cracker dafür zur Rechenschaft gezogen werden, halten sie für realistisch. "Aber wisst ihr, das ist uns momentan scheißegal", schreibt Lulzsec. Die Internetgeneration, zu der sich Lulzsec zugehörig fühlt, werde von sich schnell ändernden Geschehnissen angezogen "[...] wie ein unbeeindruckter Zombie. Nyan-nyan-nyan-nyan-nyan-nyan-nyan-nyan, oder so..."; die Feinde und Fans der Gruppe würden sie schon in drei Monaten vergessen haben.  (ck)


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