Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1106/84258.html    Veröffentlicht: 16.06.2011 15:31    Kurz-URL: https://glm.io/84258

Datenpanne

Britischer Gesundheitsdienst vermisst Laptops

20 Laptops sind dem britischen Gesundheitsdienst National Health Service verloren gegangen. Einer davon enthält über acht Millionen vertrauliche Patientendatensätze, die wahrscheinlich nicht verschlüsselt waren.

Dem britischen Gesundheitsdienst National Health Service (NHS) sind 20 Notebooks abhandengekommen. Auf einem der mobilen Computer waren 8,63 Millionen Patientendatensätze gespeichert, berichtet das britische IT-Nachrichtenangebot The Register.

Gestohlen, verlegt oder weggeworfen

Die Computer waren aus einem Lagerraum der NHS-Organisation London Health Programmes (LHP) verschwunden. Acht sind inzwischen wieder aufgetaucht. Nach den übrigen wird noch gesucht. Es ist nicht klar, ob die Computer gestohlen, verlegt oder versehentlich weggeworfen wurden.

Zumindest einer der Computer ist schon seit drei Wochen weg. Der NHS hat den Verlust allerdings jetzt erst dem Büro des obersten britischen Datenschützers (Information Commissioner's Office, ICO) mitgeteilt.

Passwortgeschützt

Das Verschwinden der Laptops werde untersucht, teilte der zuständige NHS North Central London The Register mit. Der eine Rechner sei dafür genutzt worden, um Gesundheitsbedürfnisse zu analysieren. Dafür hätten Patientendaten ausgewertet werden müssen. Die Datensätze waren zwar anonymisiert, sie enthielten aber personenbezogene Daten wie Alter, Geschlecht, Postleitzahl sowie Angaben zu Arztbesuchen und Krankheiten, aus denen sich Rückschlüsse auf eine Person ziehen lassen.

Es sei üblich, dass solche Daten nach Ende der Verarbeitung von Hand von einem Computer gelöscht würden, erklärte NHS North Central London. Die Rechner seien alle mit einem Passwort geschützt. Die Daten waren aber offensichtlich nicht verschlüsselt.

Häufiger vorgekommen

In Großbritannien ist es in den vergangenen Jahren mehrfach zu Datenpannen gekommen. So waren wiederholt Speichermedien wie CDs oder USB-Sticks mit vertraulichen Daten abhandengekommen. 2007 war auch der NHS betroffen.  (wp)


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