Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1106/84239.html    Veröffentlicht: 16.06.2011 11:17    Kurz-URL: https://glm.io/84239

Youtube

Musikvideo nicht verfügbar? Gema ist schuld!

Youtube erklärt seinen Nutzern, wer für zahlreiche Sperrungen in Deutschland verantwortlich ist. Doch die Verwertungsgesellschaft Gema betont, Musikvideos nicht aktiv zu blockieren.

Youtube zeigt in Deutschland eine neue Begründung an, wenn ein Video auf der Plattform blockiert wird. "Leider ist dieses Video in Deutschland nicht verfügbar, da es Musik enthalten könnte, für die die Gema die erforderlichen Musikrechte nicht eingeräumt hat." Google und Gema können sich seit 2009 nicht auf einen neuen Vertrag einigen, die Vorstellungen über Urheberabgaben liegen weit auseinander. Ursprünglich forderte die Gema zwölf Cent pro Videoaufruf, inzwischen sind die Forderungen aber reduziert worden. Nun hat die Gema Youtube verklagt.

Die deutsche Verwertungsgesellschaft verteidigt sich dagegen auf Twitter: "Sperrungen gehen nicht von uns aus!" heißt es dort. Youtube nutze Werke ohne Lizenzvertrag, twitterte die Gema. "Wir sperren aber nicht aktiv". Die Gema wolle einen Lizenzvertrag mit dem Eigner Google abschließen und auch andere Verwertungsgesellschaft könnten "sich nicht mit Youtube einigen", betonte die Gema.

Google-Sprecher Kay Oberbeck sagte Golem.de, dass weltweit 20 Vereinbarungen mit Verwertungsgesellschaften für 33 Länder getroffen seien. Kürzlich seien Verträge zwischen Youtube und Verwertungsgesellschaften in Italien, Spanien, Polen und anderen Ländern unterzeichnet worden. "Wir bedauern daher umso mehr die Entscheidung der Gema, uns nach erfolgversprechenden Gesprächen dennoch zu verklagen. Youtube würde gern auch in Deutschland Erlöse mit Musik auf seiner Plattform erzielen und diese mit den Mitgliedern der Gema und anderen Rechteinhabern teilen. Eine Lösung hierfür kann unserer Meinung nach nur am Verhandlungstisch ohne juristische Verfahren erfolgen - wofür wir jederzeit bereit sind."

Die Klageschrift der Gema sei Youtube im kalifornischen San Bruno zugestellt worden. Overbeck: "Es handelt sich um zwölf Titel."

Bei Urheberrechtsverletzungen reagiere der US-Konzern zudem schnell: Wenn ein Rechteinhaber ein Video auf Youtube entdecke, das seine Urheberrechte verletze, benötige der Betreiber "lediglich die URL des Videos, um es zu sperren. Dies haben wir im Falle der Gema jedes Mal unverzüglich getan, wenn uns die Gema die URLs ihrer Werke auf Youtube genannt hat."

Nachtrag vom 16. Juni 2011, 18:35 Uhr

Gema-Syndikus für internationale Rechtsfragen, Alexander Wolf, sagte Golem.de: "Die von uns in dem Musterverfahren gegen Youtube eingereichten zwölf Musikwerke dürften aufgrund der Millionen von Musikvideos keinen Youtube-User einschränken. Der Text, der seit kurzem beim Aufruf von einigen gesperrten Musikvideos erscheint, ist irreführend: Er suggeriert, das die Gema die Rechte nicht eingeräumt hätte. Fakt ist jedoch, dass Youtube diese Rechte bislang einfach nicht erworben hat."  (asa)


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