Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1106/84005.html    Veröffentlicht: 06.06.2011 20:45    Kurz-URL: https://glm.io/84005

Apple

iOS 5 mit WLAN-Synchronisation und ohne PC-Bindung

Anlässlich seiner Entwicklerkonferenz World Wide Developers Conference 2011 (WWDC) hat Apple sein neues mobiles Betriebssystem iOS5 vorgestellt. Neben dem neuen Benachrichtigungssystem iMessage wurde der mobile Browser generalüberholt, Twitter wird eng in iOS eingebunden und iTunes-Synchronisationen per WLAN eingeführt. IOS-Geräte kommen künftig ohne Mac oder PC aus.

Die Benachrichtigungsfunktion von iOS wurde grundlegend überarbeitet und bekommt nun ihr eigenes Center, auf dem alle Benachrichtigungen aller Anwendungen gebündelt angezeigt werden. Es kann durch eine Fingerbewegung nach unten von allen Anwendungen aus aufgerufen werden.

Der Startbildschirm von iOS5 zeigt nun wesentlich mehr Daten als nur die Uhrzeit an - unter anderem werden dort die Benachrichtigungen gruppiert nach den Apps eingeblendet, von denen sie stammen. Der Anwender kann von hier aus direkt die passende Anwendung öffnen oder mit Gesten durch die vorherigen Benachrichtigungen schalten. Wem die Informationsfülle zu viel wird, kann die eingegangenen Nachrichten auch entfernen.

Für die Verlage, die ihre Zeitungen und Zeitschriften über iOS vertreiben, hat Apple mit dem Newsstand eine eigene Anwendung entwickelt, über die auch Abonnements verwaltet werden können. Neue Ausgaben werden hier im Hintergrund heruntergeladen.

Der Kurznachrichtendienst Twitter wird eng in iOS5 eingebunden. Mit Hilfe einer Single-Sign-On-Lösung braucht sich der Anwender nur einmal einzuloggen und kann dann von allen Anwendungen, die Twitter unterstützen, Kurznachrichten absetzen. In der Fotofunktion ist Twitter bereits fest eingebettet. So können Anwender über die neue Fotounterstützung von Twitter ihre Bilder bekanntmachen. Auch in Safari, der Kartenanwendung und dem Youtube-Programm wurde Twitter von Apple eingebaut.

Die Videochatlösung Facetime wurde in die Kontaktanwendung integriert. So können Videogespräche direkt aus dem Adressbuch heraus gestartet werden.

Neue Funktionen für Safari

Der mobile Safari-Browser wurde um Tabs erweitert und mit einer Offline-Lesefunktion ausgestattet, die an Instapaper erinnert. Die markierten Seiten können über mehrere Geräte hinweg synchronisiert werden. Außerdem lassen sich mit der Reader-Funktion, wie im Desktop-Safari, einzelne Seiten ohne Navigationselemente darstellen, um sie auf den kleinen Displays leichter zu lesen und per E-Mail zu versenden.

Die ortsabhängige Erinnerungsfunktion mit Checkboxen für To-do-Listen erlaubt die Erstellung einfacher Listen, die der Anwender als Gedächtnisstütze erstellen kann. Damit lassen sich zum Beispiel Einkaufszettel, Tagesabläufe und einfache Projekte strukturieren.

iOS 5: Lautstärketaste wird zum Auslöser

Die Fotoanwendung hat Apple in iOS ebenfalls überarbeitet. Der Kameraauslöser kann nun auf die Lautstärketaste gelegt werden. Bis vor kurzem sorgte diese Zweckentfremdung noch dafür, dass Drittanbieter aus dem App Store flogen, wenn sie diese Funktion in ihre Fotoanwendungen einprogrammierten. Außerdem kann die Kameraanwendung nun rote Blitzaugen retuschieren, die Belichtung nachträglich korrigieren sowie Bilder drehen und ausschneiden. Der Autofokuspunkt kann mit einer Geste außerdem auf den gewünschten Bereich fixiert werden.

Das Mailprogramm von iOS5 unterstützt nun einige Textauszeichnungen wie Fett- und Kursivdruck und kann mit Tabulatoren umgehen. E-Mail-Adressen lassen sich per Drag and Drop zwischen Feldern im Mailkopf austauschen. Außerdem lassen sich einzelne Nachrichten markieren.

iPhone und iPad ohne PC oder Mac nutzen

Die Einrichtung und Installation von iOS-Geräten erfordern nun keinen Sync-Vorgang mit einem Mac-OS-X- oder Windows-Rechner mehr. Der Anwender kann sein Gerät nun in Betrieb nehmen, ohne einen weiteren Rechner nutzen zu müssen. Updates des Betriebssystems werden künftig über WLAN verteilt, so dass auch dafür kein zusätzlicher Rechner mehr notwendig ist. Apple kommt damit allen entgegen, die ein iOS-Gerät als einzigen Rechner im Haushalt verwenden.

Das Game-Center, mit dem iOS Mitspieler zueinander bringt, wurde in iOS5 erweitert und erlaubt nun den Nachrichtenaustausch zwischen den Spielern. Außerdem können über das Game Center nun auch rundenbasierte Spiele wie Scrabble, Schach und Ähnliches gespielt werden.

iMessage statt SMS

Mit iMessage will Apple einen Konkurrenten zu SMS und MMS ins Rennen schicken, der allerdings nur in der Apple-Welt funktioniert. Damit lassen sich über WLAN und UMTS Text- und Fotonachrichten sowie Videos zwischen einzelnen Anwendern und Gruppen austauschen. Beim Tippen sieht der Adressat, wie bei Instant Messengern, bereits, dass vom Gegenüber gleich eine Nachricht verschickt wird. Im Gegensatz zu SMS und MMS werden Zustellungs- und Empfangsmeldungen erzeugt. Der Datenversand ist verschlüsselt. Ähnlich wie bei Google Talk werden die Nachrichten über alle iOS-Geräte der Gesprächspartner hinweg synchronisiert. Ein einmal auf dem iPhone angefangener Chat kann so zum Beispiel auf dem iPad weitergeführt werden.

Außerdem bietet iOS5 eine WLAN-Synchronisation mit iTunes - ein Verbindungskabel wird somit überflüssig. Beim Laden versucht das iOS-Gerät automatisch, seinen Rechner mit iTunes zu finden und die Datenübertragung zu starten. Von Hand lässt sich der Prozess ebenfalls anstoßen.

IOS5 soll im Herbst 2011 erhältlich sein und unterstützt das iPhone 3GS, iPhone 4, die beiden iPad-Generationen sowie die dritte und vierte iPod-Touch-Generation.  (ad)


Verwandte Artikel:
Device as a Service: Bei HP jetzt auch Apple-Geräte und VR-Headsets mieten   
(16.02.2018, https://glm.io/132822 )
WWDC: Apple kündigt iOS 5 und iCloud an   
(31.05.2011, https://glm.io/83860 )
Telugu: Indisches Schriftzeichen legt iOS und MacOS lahm   
(15.02.2018, https://glm.io/132811 )
iPhone-Drosselung: Apple gibt fehlerhaftes Power-Management zu   
(07.02.2018, https://glm.io/132625 )
Akkugesundheit: iOS 11.3 Beta 2 mit Funktion zum Entdrosseln von iPhones   
(07.02.2018, https://glm.io/132623 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/