Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1106/83983.html    Veröffentlicht: 06.06.2011 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/83983

Spieletest Red Faction Armageddon

Zerstören und reparieren auf dem Mars

Mehr Waffen, mehr Zerstörung - und die Möglichkeit, im Notfall alles wieder zu reparieren: Auch der vierte Teil der Red-Faction-Reihe von Volition lädt wieder zu pausenloser Action auf den Mars, ist aber deutlich abwechslungsreicher und rasanter als der Vorgänger.

Immer Ärger auf dem Mars: Da wähnen sich die Bewohner des Roten Planeten endlich mal in Sicherheit - und urplötzlich taucht ein neuer Feind auf und das schöne Leben ist wieder vorbei. Nicht ganz unschuldig daran ist Darius Mason, der Enkel des aus früheren Red-Faction-Spielen bekannten Revolutionshelden Alec Mason - unfreiwillig hat er daran mitgewirkt, lebensspendende Anlagen auf der Marsoberfläche zu zerstören und die dort lebenden Kolonisten in Höhlen im Untergrund zu zwingen. Schlimmer noch: Mit dem Frieden ist es auch vorbei. Eine aggressive und in ihrer Form und Gestaltung beeindruckend vielseitige Alienrasse sucht den Planeten heim und hinterlässt Tod und Zerstörung.

Die Aliens sind allerdings nicht das einzige neue Problem auf dem Mars. Hinzu kommen obskure Kultanhänger und noch ein paar, teils schon aus der Red-Faction-Vergangenheit bekannte Bösewichte - allen voran Erzfeind Adam Hale. Mason bleibt somit nichts anderes übrig, als wieder zu den Waffen zu greifen und sich der teils übermächtig wirkenden Gegnerschar entgegenzustellen.

Sind zu Beginn nur einfache Waffen wie Pistole und Gewehr im Waffenarsenal, kommen mit der Zeit immer neue und mächtigere Werkzeuge hinzu. Da finden sich dann neben typischen Maschinengewehren oder Granatwerfern einige ausgefallene, aber sehr unterhaltsame Geräte - etwa eine Singularitätswaffe, die schwarze Löcher erzeugt, ein Plasmaschneider oder auch ein Magnetgewehr, das gut platzierte und irgendwo im Level angebrachte Magnetgeschosse aufeinander zustreben lässt und so besonders große Zerstörung anrichten kann.

Zerstörung ist wie schon bei frühren Red-Faction-Spielen des Entwicklers Volition auch in Armageddon ein zentrales Element: Praktisch jedes Objekt, jede Wand, jede Plattform lässt sich in ihre Einzelteile zerlegen. Mitunter führt dies allerdings dazu, dass Mason sich selbst in den schlauchartigen Leveln das Weiterkommen unmöglich macht - weshalb zum Waffenarsenal nun auch eine sogenannte Nanoschmiede gehört. Mit der lassen sich Aktionen wieder rückgängig machen - also etwa Brücken neu aufbauen oder Gänge freilegen. Zur bedingungslosen Zerstörung kommt diesmal auch einiges an Rekonstruktionsarbeit, die allerdings per einfachem Knopfdruck erledigt wird.

Armageddon lässt dem Spieler kaum Wahlmöglichkeiten oder Freiheiten, sondern führt ihn sehr linear von Aufgabe zu Aufgabe. Dank der rasanten Inszenierung und des großen Abwechslungsreichtums stört das aber nur selten. Angesichts beständig knapper Munition, fantasievoller Gegnerkreaturen, Mech- und Fahrzeugpassagen, Gefechten im Mars-Inneren, aber auch auf der Planetenoberfläche, bleibt kaum Zeit zum Verschnaufen. Motivierend ist zudem die Möglichkeit, die Fähigkeiten von Mason im Spielverlauf immer weiter auszubauen - etwa, indem neue Aktionsmöglichkeiten für die Nanoschmiede hinzugekauft werden.

Auch technisch kann Armageddon überzeugen - Eis- und Lava-Landschaften, düstere Höhlen oder schleimige Alienlager, kleine Kampfinsekten oder riesige außeriridische Monster - alles ist mit viel Liebe zum Detail umgesetzt, auch trotz teils massiven Gegneraufkommens und spektakulärer Effekte kommt es nur selten zu Rucklern. Einzig die Kamera macht von Zeit zu Zeit Probleme.

Die Kampagne ist für etwa zehn Stunden kompromisslose Action gut, danach warten dann noch die zwar unterhaltsamen, aber nicht sonderlich umfangreichen Mehrspieleroptionen - die auch in der Gruppe wilde Zerstörungsorgien ermöglichen.

Red Faction Armageddon ist ab dem 7. Juni 2011 für Playstation 3, Xbox 360 und Windows-PC erhältlich und kostet etwa 40 Euro (PC) beziehungsweise 70 Euro (Konsolen). Das Spiel hat von der USK keine Jugendfreigabe erhalten und ist somit für Spieler ab 18 Jahren verfügbar.

Fazit

Bekannte Elemente, aber vielseitiger und stimmiger: Armageddon ist deutlich linearer, aber eben auch viel intensiver und spannender als der Vorgänger. Monotonie kann sich angesichts so vieler unterschiedlicher Schauplätze, Waffen, Gegner und Fahrzeuge nie einstellen - weshalb der vierte Teil der beste der Serie geworden ist.  (tw)


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