Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1106/83890.html    Veröffentlicht: 01.06.2011 11:01    Kurz-URL: https://glm.io/83890

WebRTC von Google

Freies HTML5-Framework zur Echtzeitkommunikation

Mit WebRTC hat Google ein HTML5-Framework für Echtzeitkommunikation unter einer BSD-ähnlichen Lizenz veröffentlicht. WebRTC bietet einfache HTML- und Javascript-APIs für die Entwicklung von webbasierten Videotelefonie- und SIP-Anwendungen.

Das Framework für Echtzeitkommunikation steht ab sofort unter einer Google-eigenen Open-Source-Lizenz zur Verfügung. WebRTC bietet ein Framework, mit dem Webapplikationen für VoIP, Chat und Videotelefonie auf Basis von HTML5 und Javascript entwickelt werden können. Google hatte WebRTC im Zuge der Übernahme von Global IP Solutions (GIPS) im Mai 2010 erworben.

In WebRTC sind auch die entsprechenden Codecs integriert, die Anwendungen nutzen können. Neben dem Videocodec VP8 stehen noch die Audiocodecs iSAC für die Breitbandkommunikation sowie iLBC für Verbindungen mit geringerer Datenübertragung bereit. Beide Audiocodecs stammen noch von GIPS. Außerdem liegen etliche Audiowerkzeuge bei, etwa für die Geräuschunterdrückung.

WebRTC nutzt das Peerconnection-Javascript-API in C++, das von WHATWG als Spezifikation vorgeschlagen wurde. Die beiliegende Bibliothek libjingle enthält den entsprechenden Code. Eine Übersicht über das API hat Google auf seiner Webseite veröffentlicht.

Als Grund für die Veröffentlichung von WebRTC unter einer Open-Source-Lizenz nennt Google, dass alle bisherigen Echtzeitkommunikationslösungen auf proprietären Technologien basieren. Die Weiterentwicklung von WebRTC will Goole in enger Zusammenarbeit mit Mozilla-Entwicklern vorantreiben, auch um WebRTC als Standard zu etablieren. Google arbeitet bereits laut einem Blogeintrag bereits mit der IETF und der W3C, um entsprechende Standards auszuarbeiten.

Die Freigabe von WebRTC kann als Angriff auf Skype und seinen neuen Besitzer Microsoft gewertet werden. Microsoft hatte das Internettelefonie-Unternehmen vor wenigen Wochen für 8,5 Milliarden US-Dollar gekauft.  (jt)


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