Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1105/83750.html    Veröffentlicht: 26.05.2011 11:41    Kurz-URL: https://glm.io/83750

Großbritannien

Twitter will Nutzer über Datenherausgabe informieren

Twitter will Nutzer informieren, wenn Behörden deren persönliche Daten verlangen. Die Nutzer sollen dadurch die Chance bekommen, sich zu verteidigen.

Der Microblogging-Dienst Twitter wird Daten seiner Nutzer wie Namen oder IP-Adresse an Behörden herausgeben, wenn diese die Daten berechtigt anfordern. Der Dienst will die betroffenen Nutzer aber vorher darüber informieren. Das hat Twitters neuer Europa-Chef Tony Wang auf dem eG8-Gipfel in Paris erklärt, berichtet die BBC.

Nutzer müssen sich verteidigen können

Es liege nicht in der Verantwortung einer Plattform wie Twitter, ihre Nutzer zu verteidigen, sagte Wang. Aber sie müsse das Recht der Nutzer schützen, sich selbst zu verteidigen.

Anlass ist eine Affäre in Großbritannien: Dort sind Twitter und eine Reihe von Nutzern von dem Fußballer Ryan Giggs verklagt worden, wie die Tageszeitung Guardian berichtet. Twitter-Nutzer hatten verbreitet, dass dieser eine außereheliche Affäre mit dem Model Imogen Thomas hatte. Riggs hatte eine sogenannte Superinjunction erwirkt, die es den Medien in Großbritannien verbietet, über seine Liebelei zu berichten. Thomas wollte die Geschichte an ein Boulevardblatt verkaufen.

Kein Wort über den Knebel

Prominente können in Großbritannien eine solche Verfügung beantragen, um ihre Privatsphäre zu schützen. Eine Superinjunction unterbindet nicht nur die Berichterstattung über die betreffende Angelegenheit. Sie darf auch selbst nicht erwähnt werden. Der Guardian jedoch hat Riggs' Verfügung veröffentlicht.

Anfang des Monats waren über Twitter die Namen weiterer britischer Prominenter verbreitet worden, die versucht haben sollen, mit solchen Verfügungen die Berichterstattung über delikate Angelegenheiten zu verhindern. Der entsprechende Twitterer hatte schnell mehr als 100.000 Follower.  (wp)


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