Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1105/83683.html    Veröffentlicht: 24.05.2011 10:59    Kurz-URL: https://glm.io/83683

Satellitennavigation

Erste Galileo-Satelliten starten im Oktober

Es geht los mit Galileo: Im Oktober sollen die beiden ersten Satelliten des europäischen GPS-Konkurrenten ins All geschossen werden. Es wird auch der erste Start einer russischen Sojus-Rakete vom Raketenstartplatz Kourou aus sein.

Die ersten beiden Satelliten des europäischen Satellitennavigationssystems Galileo sollen im Herbst dieses Jahres ins All geschossen werden. Anfang und Mitte 2012 sollen je zwei weitere folgen.

Start in Kourou

Am 20. Oktober 2011 sollen die beiden Satelliten vom Raketenstartplatz Kourou im französischen Überseedépartement Französisch-Guayana aus starten, wie die europäische Raumfahrtorganisation (European Space Agency, ESA) mitgeteilt hat. Als Trägerrakete wird eine russische Sojus eingesetzt.

Es wird der erste Start einer Sojus von Kourou aus. Der Betreiber, die französische Raumfahrtagentur Centre national d'études spatiales (CNES), hat die Startrampe für die russischen Raketen gebaut. Die russische Trägerrakete soll Nutzlasten ins All transportieren, die für die europäische Rakete Ariane 5 zu klein sind. Bislang sind die Sojus nur vom Startplatz im kasachischen Baikonur aus ins All geflogen.

Fünf Jahre später

Der Start kommt mit fünf Jahren Verspätung: Ursprünglich sollten die ersten Satelliten im Jahr 2006 in den Orbit geschossen werden. Ab 2008 hätte Galileo einsatzbereit sein sollen. Wegen Spannungen zwischen den Eignern des Satellitenkonsortiums European Satellite Navigation Industries (ESN) wäre Galileo Ende 2007 beinahe gescheitert. Derzeit sind mit Giove A und Giove B erst zwei Testsatelliten im Orbit.

Zum Start des Systems, der für das Jahr 2014 vorgesehen ist, soll eine Konstellation aus 18 Satelliten im Orbit unterwegs sein. Diese soll bis 2020 auf 30 Satelliten ausgebaut werden, wobei drei als Ersatz dienen. Für diese letzte Etappe müssen die Mitgliedstaaten noch 1,9 Milliarden Euro mehr als geplant aufbringen, wie die Europäische Kommission Anfang des Jahres bekanntgegeben hat.  (wp)


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