Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1105/83676.html    Veröffentlicht: 23.05.2011 18:08    Kurz-URL: https://glm.io/83676

Der Netflix-Faktor

Mehr neue US-Fernsehserien wegen Streamingdiensten

2011 ist das Jahr der Fernsehserien. In diesem Jahr starten so viele neue US-Fernsehserien, wie schon lange nicht mehr. Ein Grund dafür ist, dass selbst alte TV-Serien mittlerweile über Streamingdienste wie Netflix viel Geld einspielen.

Allein die vier größten US-Sender CBS, Fox, ABC und NBC haben 39 neue Fernsehserien und Serienstaffeln für den September 2011 in Vorbereitung. Wie Bloomberg berichtet, gab es einen solchen Schwung neuer TV-Inhalte zuletzt 2004/2005.

Die Sender werden offenbar wieder mutiger, weil ihnen Streamingdienste endlich nennenswerte zusätzliche Einnahmen einbringen und damit die reine Betrachtung von Zuschauerquoten über Satellit oder Kabelnetze unwichtiger wird. Damit wird auch das finanzielle Risiko verringert, wenn Serien im Fernsehen nicht so gut laufen, wie von den Sendern erhofft.

Die Sender sollen online selbst mit alten Klassikern und eingestellten Serien heutzutage mehr Geld verdienen, als damals an Lizenzgebühren für Wiederholungen im Fernsehen eingespielt wurde. Das erfuhr Bloomberg unter der Hand von Managern aus der Fernsehbranche, die anonym bleiben wollten.

In den USA ist Netflix derzeit die unangefochtene Nummer eins der Streamingdienste. Kürzlich verkündete Sandvine, ein Entwickler für Netzwerkmanagementlösungen, dass Netflix bei den Downloads und den Lastspitzen erstmals Bittorrent überholt hat. Konkurrenten wie iTunes, Hulu und Co. spielen hingegen keine große Rolle. Entsprechend wichtig ist Netflix als Lizenznehmer für die Sender mittlerweile.

Netflix hat allerdings ähnliche Probleme wie Apple mit iTunes. Längst nicht alle Fernsehserien werden kurz nach der Erstausstrahlung im Fernsehen auch als Stream übertragen. Manche Sender wie HBO warten erst darauf, dass die DVD- oder Blu-ray-Fassungen von Serien im Handel erhältlich sind, bevor sie sie auch online anbieten. Das dürfte auch bei der neuen, hochgelobten und auf Romanvorlagen basierenden Fantasy-Serie Game of Thrones der Fall sein.

Aus Europa ist die Onlinevideothek Netflix nur über Tricks zu erreichen, beispielsweise über spezialisierte VPN-Anbieter. Wer mit einer US-Adresse auf das Angebot zugreift, kann für monatlich 7,99 US-Dollar unbegrenzt aktuelle Serien und Filme anschauen. Gekündigt werden kann monatlich und der Netflix-Zugang ist auf vielen netzwerkfähigen Fernsehern, Set-Top-Boxen und Spielekonsolen bereits vorinstalliert, was der Verbreitung zugute kommt.

Ohne große Tricks kann von Deutschland aus auch auf das US-amerikanische Videoangebot von iTunes zugegriffen werden. Das ist auch ohne US-Kreditkarte möglich, wenn iTunes-Guthabenkarten aus den USA verwendet werden. Apple nutzt weiterhin kein Geotargeting, um zahlungswillige Zuschauer aus anderen Regionen auszusperren.  (ck)


Verwandte Artikel:
HDMI 2.0 und Displayport: HDR bleibt Handarbeit   
(26.02.2018, https://glm.io/132884 )
Spiele-Streaming: Preissenkung für Playstation Now   
(13.02.2018, https://glm.io/132750 )
Sky Go: Neue Version der Streaming-App erschienen   
(06.03.2018, https://glm.io/133144 )
Youtube Movies: Aktuelle Spielfilme als Stream   
(10.05.2011, https://glm.io/83359 )
RTL Now: Mobile Videostreams erst nach Nutzerortung   
(09.12.2010, https://glm.io/80025 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/