Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1105/83674.html    Veröffentlicht: 23.05.2011 17:34    Kurz-URL: https://glm.io/83674

Tote und Verletzte

iPad-Fertigung bei Foxconn Chengdu steht still

Die Fertigung in der Foxconn-Fabrik im Südwesten Chinas ist wegen polizeilicher Ermittlungen angehalten worden. Erst vor wenigen Wochen hatte ein Forschungsbericht aus Hongkong auf gravierende Sicherheitsmängel in dem Werk aufmerksam gemacht, in dem das iPad 2 produziert wird.

Die Produktion bei Foxconn Chengdu steht nach einem schweren Unfall mit drei Toten und 15 Verletzten still. Das berichtet die Branchenzeitung Digitimes unter Berufung auf Zuliefererkreise des taiwanischen Auftragsherstellers. In den Werken in Chengdu im Südwesten Chinas wurden im April 25 bis 30 Prozent des iPad 2 produziert. Hauptsächlich finde die Produktion des Apple-Tablets aber im Foxconn-Werk in Shenzhen statt, so die Zeitung. Zu dem Unfall kam es am Freitag, dem 20. Mai 2011.

Foxconn hatte das Ziel, in Chengdu im zweiten Quartal 2011 eine Anzahl von 3 bis 4 Millionen iPad 2 herzustellen. Im ersten Quartal 2011 wurden ungefähr 600.000 Stück produziert. In der zweiten Jahreshälfte 2011 wollte Foxconn in dem Werk 13 bis 14 Millionen iPad 2 montieren lassen, so die Digitimes. Zugleich würden in Shenzhen die Stückzahlen erhöht.

Das Unternehmen hat inzwischen erklärt, dass Foxconn bei den Ermittlungen zu der Explosion und dem Brand mit der örtlichen Polizei zusammenarbeite. Die Produktion sei für die Dauer der Ermittlungen ausgesetzt.

Vor zwei Wochen wurden in einem Bericht (PDF) der in Hongkong beheimateten Gruppe SACOM (Students and Scholars Against Corporate Misbehaviour) schwere Sicherheitsmängel in den Werken in Chengdu angemahnt. "Unter den drei Foxconn-Fabriken sind die Arbeits- und Gesundheitsschutzprobleme in Chengdu alarmierend", heißt es in dem Bericht.

"Arbeiter haben keine ausreichende Ausbildung im Umgang mit Chemikalien und werden nicht regelmäßig medizinisch untersucht. (...) Arbeiter berichten auch über Probleme mit schlechter Belüftung und unzureichende persönliche Schutzausrüstung. (...) Arbeiter in dem Polierbereich beklagen zudem, dass die Abteilung voller Aluminiumstaub ist. Einige Arbeiter sagten, dass, obwohl sie Schutzhandschuhe trügen, ihre Hände voller Staub seien. Auch ihr Gesicht sei voller Staub. Einige Arbeiter forderten eine bessere Belüftung."  (asa)


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