Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1105/83638.html    Veröffentlicht: 20.05.2011 15:09    Kurz-URL: https://glm.io/83638

Spieletest Dirt 3

Rallye-Raserei mit Stunts und Action

Mehr Strecken, mehr Wettbewerbe, mehr Fahrzeuge: Dirt 3 will die Vorgänger vor allem durch einen größeren Umfang übertreffen. Highlight sind aber die tolle Steuerung und die schicke Grafik - Golem.de zeigt das Spiel auf Konsole und PC im Vergleichsvideo.

Kernstück von Dirt 3 ist die World Tour: In mehreren Saisons und bei unterschiedlichen Events gilt es, vom Rennfahrtalent zum Star der Szene aufzusteigen. Zu Beginn haben nur wenige Teams am Spieler als Fahrer Interesse, der Fuhrpark beschränkt sich dann auch auf Vehikel wie einen Peugeot 207 oder einen kleinen Abarth. Mit jedem Erfolg folgen aber neue Aufstiege - das Image fängt an zu funkeln, neue Events kommen hinzu, immer mehr Teams und Vehikel sind im Angebot.

Die einzelnen Saisons in Dirt 3 warten mit unterschiedlichen Rennevents überall auf der Welt auf, es geht durch Wälder in Finnland, über stillgelegte Industrieareale in den USA und über staubige afrikanische Pisten. Schön daran: Es ist nicht unbedingt nötig, alle Rennen zu absolvieren, um ins Finale des jeweiligen Turniers vorzudringen. Wer einen bestimmten Modus nicht mag, kann den also häufig überspringen.

Neben klassischen Rallye-Ausfahrten, bei denen es mit Beifahrer nach oder vor der Konkurrenz und somit ohne direkten Kontakt mit dem Fahrerfeld auf die Strecke geht, gibt es auch Rallye-Cross-Rennen, in denen die Teilnehmer im Pulk um die besten Plätze konkurrieren, sowie Kopf-an-Kopf-Duelle, in denen die eigene Zeit direkt mit einem Konkurrenten verglichen wird. Hinzu kommen trendsportartige Showevents, die mit klassischen Rennspieltugenden wenig zu tun haben. Hier müssen die virtuellen Piloten besonders spektakulär fahren, einen neuen Driftrekord oder grandiose Stunts und Sprünge in einer Arena absolvieren.

Zwar überwiegen die Rallye-Events, eine echte Hinwendung zu mehr Realismus und Simulation ist Dirt 3 trotzdem nicht anzumerken. Da helfen weder der große Fuhrpark mit seinen rund 50 Vehikeln, der von Rallye-Klassikern über aktuelle Rennsportwagen bis hin zu Buggys und Trucks einiges umfasst, noch die eher spärlichen Einstelloptionen am Fahrzeug. Zudem sind die Rallye-Etappen meist kaum zeitaufwendiger als die anderen Eventarten - länger als ein paar Minuten dauert kaum eine Herausforderung.

Tolle Steuerung, super Grafik

Raum für Verbesserung lässt die Inszenierung. Die Stimmen von Manager und Teamchef etwa erklingen immer nur aus dem Hintergrund, wirkliche Zwischensequenzen gibt es nicht, und die Menübildschirme sind oft eher schlicht als stilvoll. Wer weder ernsthafte Simulation noch ein überzeugendes Drumherum erwartet, kann in Dirt 3 trotzdem viel Spaß haben, denn die eigentlichen Stärken kommen auf der Strecke voll zum Tragen.

So ist die Steuerung sehr direkt und gut umgesetzt, unterscheidet sich spürbar je nach Fahrzeug, Untergrund und Event und lässt nach kurzer Einarbeitungszeit kaum Wünsche offen. Zumal Fahranfänger diverse Hilfen wie Ideallinie und automatisches Bremsen einstellen, oder nach Fehlern die Zeit ein Stück zurückdrehen können, und so kaum Schwierigkeiten haben dürften, die ersten Rennen für sich zu entscheiden. Hinzu kommt die großartige Technik: Fahrzeuge und Kurse sind grandios in Szene gesetzt, Wetter- und andere Partikeleffekte wie hochspritzender Schlamm oder wildes Schneegestöber sind wunderbar ins Spielgeschehen eingebunden. Hinzu kommt das auch eher spektakuläre als realistische Schadensmodell, bei dem auch mal ganze Teile abfallen und auf dem Kurs liegen bleiben. Etwas detaillierter hätten wie so oft die Zuschauer sein dürfen - trotz der gelegentlichen Passanten, die auf den Rallye-Kursen quer über die Strecke rennen.

Wer die Karriere erfolgreich absolviert hat, kann sich im Einzelspielermodus noch mit Zeit- und Platzierungsfahrten austoben und im Multiplayermodus andere Fahrer herausfordern. Die Onlinekomponente von Dirt 3 ist insgesamt recht umfangreich: Neben dem Herunterladen von Bestenlisten oder dem Hochladen von eigenen Videos auf Youtube soll es auch zahlreiche Downloadinhalte geben, die kurz nach Verkaufsstart verfügbar sein sollen.

Dirt 3 ist ab dem 24. Mai 2011 für Windows-PC, Playstation 3 und Xbox 360 verfügbar und kostet zwischen 50 (PC) und 60 Euro. Die PC-Fassung unterstützt zwar Direct-X 11, mehr oder schönere Effekte als unter Direct-X 10 sind damit aber nicht zu sehen - dafür läuft das Programm wesentlich flüssiger. Dirt 3 verwendet am PC eine Aktivierung bei Games for Windows Live als Kopierschutz. Das Spiel hat eine USK-Freigabe ab sechs Jahren erhalten.

Fazit

Trotz leichter Schwerpunktverschiebung: Anhänger realistischer Rennsimulationen und ausdauernder Rallye-Etappen werden auch an Dirt 3 kaum Gefallen finden. Wer den Mix aus Trend- und Rennsport und sehr viel Action schon in der Vergangenheit mochte, bekommt hier allerdings ein wirklich überzeugendes, vielseitiges und umfangreiches Spaßpaket, das erstklassig aussieht und sich noch besser spielt.  (tw)


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