Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1105/83545.html    Veröffentlicht: 17.05.2011 12:12    Kurz-URL: https://glm.io/83545

PConTV

Bis zu acht PCs oder Macs funken an den Fernseher

Mit dem Gerät PConTV verfolgt der niederländische Hersteller Dutchtronix einen interessanten Ansatz zur Heimvernetzung. Bild und Ton von bis zu acht Rechnern können auf einem Fernseher dargestellt werden. Auch die Fernbedienung von PCs und Macs ist damit möglich.

Lösungen wie Intels Wireless Display, um Bild und Ton von einem PC auf den Fernseher zu bringen, gibt es viele. PConTV soll aber gleich allen Rechnern des Heimnetzes diese Möglichkeit bieten. Dazu arbeitet das Gerät nicht als reine Funkbrücke zwischen PC und Fernseher, sondern als Access Point.

Auf bis zu acht PCs mit Windows Vista oder Windows 7 sowie Macs ab Mac OS 10.5 kann dazu die mitgelieferte Software installiert werden. Über die Menüs des PConTV, das dazu keinen PC braucht, kann dann einer der Rechner ausgewählt werden, dessen Darstellung auf dem Fernseher oder einem anderen Gerät mit HDMI-Eingang dargestellt werden soll. Gleich, ob per WLAN oder Fast-Ethernet, beträgt die maximale Auflösung 1.280 x 720 Pixel bei 30 Bildern pro Sekunde. Einen Mediacenter-PC, der auch Blu-ray-Discs wiedergeben soll, kann das Gerät also nicht vollwertig ersetzen.

Je nach Qualität der Verbindung lassen sich mehrere Qualitätsstufen der Komprimierung auswählen, denn: unkomprimiert, wie etwa per drahtlosem HDMI, kann PConTV die Bilder nicht an den Fernseher senden. Der Ton ist ebenfalls auf Stereo mit 44,1 kHz beschränkt. Wenn sich am Fernseher oder PC der Overscan nicht abschalten lässt, kann die Software des Geräts den Bildschirminhalt selbst skalieren. Durch die Komprimierung empfiehlt Dutchtronix einen Dual-Core-Prozessor ab 1,4 GHz, ausgenommen Atoms - sie sind dafür zu schwach.

Der besondere Reiz liegt in der Verwaltung mehrerer Rechner, die sich auch fernbedienen lassen. Das kann beispielsweise über eine Mausersatz-App für Smartphone oder Tablet passieren, aber auch über das PConTV selbst: An der Rückseite besitzt das 14,5 x 6,5 x 2,2 Zentimeter kleine Gerät eine USB-Schnittstelle. Sie ist für drahtlose Mäuse oder Tastaturen gedacht. Über die Clientsoftware kann so mit einem Eingabegerät immer der gerade aktive Rechner gesteuert werden. Aufwecken lässt sich beispielsweise der PC im Arbeitszimmer auf einem anderen Stockwerk dazu mit einer App für Wake-on-LAN, wie es sie für viele Smartphones gibt. Bluetooth-Eingabegerät unterstützt die Lösung noch nicht.

802.11 n mit 300 MBit/s ist nötig

Um sowohl per Ethernet als auch per WLAN erreichbare PCs in das PConTV-Netz einzubinden, muss dem Gerät entweder eine Kabelverbindung oder der Zugang zum WLAN-Netz ermöglicht werden. Letzteres geschieht, indem das Kennwort des WLANs im PConTV gespeichert wird. Verschlüsselung bis WPA2-PSK wird unterstützt. Das Gerät baut danach sein eigenes drahtloses Netz auf, über das sich beispielsweise ein Notebook auf der Couch mit dem Fernseher nutzen lässt. Verbunden wird dieser Rechner dann über die Clientsoftware mit dem PConTV, nicht über die üblichen WLAN-Mechanismen des Betriebssystems mit dem bisherigen WLAN-Router.

Der Hersteller empfiehlt für solche Konfigurationen, das PConTV auch per Ethernet mit dem lokalen Netzwerk zu verbinden. Dann müssen Daten aus dem Internet nicht zweimal durch die Luft geschickt werden, was die Bandbreite für Bild und Ton schont. Nötig ist bei WLAN-Clients, die das Gerät nutzen sollen, in jedem Fall ein WLAN-Modul nach 802.11 n mit zwei Datenströmen respektive Antennen (2T2R), was vor allem billige Notebooks nicht haben.

Das bisher unter dem Namen McTivia nur für Apple-Rechner erhältliche Gerät bietet Dutchtronix nun unter dem neuen Namen "PConTV für Windows und Mac" über den Fachhandel und im Direktvertrieb an. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 159 Euro.  (nie)


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